Die Kriege in Nahost sind weit weg. So scheint es jedenfalls. Dabei haben auch wir Europäer unsere Finger mit im Spiel. Vor 100 Jahren haben ein Engländer und ein Franzose beschlossen, wie der Nahe Osten aussehen soll - und damit möglicherweise auch den IS-Terroristen den Weg geebnet.

Kurz vor dem ersten Weltkrieg ist das Osmanische Reich geschwächt und steht kurz vor dem Zerfall. Großbritannien bereitet sich genau darauf vor. Die Kolonialmacht will zur Stelle sein, wenn der Nahe Osten keine eindeutige Herrschaft mehr hat. Das Problem: Der alte Rivale Frankreich hat denselben Plan. François Georges-Picot und Mark Sykes schachern miteinander aus, wem was im Nahen Osten gehört. Sie ziehen die Grenzen auf dem Reißbrett. Die sind fast identisch mit den heutigen Staaten Libanon, Syrien, Irak, Jordanien und Israel. Die Araber wissen noch nichts von ihrer geplanten Zukunft und kämpfen um ihre Freiheit. DRadio-Wissen-Reporter Arne Hell erzählt die Geschichte des Abkommens.

"Als wir siegten und die neue Welt dämmerte, da kamen wieder die alten Männer und nahmen diesen Sieg, um ihn der früheren Welt anzupassen, die sie kannten."
Edward Thomas Lawrence

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • DRadio-Wissen-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erklärt, was hinter dem Sykes-Picot-Abkommen steckt
  • Terrorismusexperte Guido Steinberg erklärt, ob das Sykes-Picot-Abkommen, die Grundlage allen Übels für die heutige Situation im Nahen Osten ist
  • Björn Blaschke hat als ARD-Korrespondent die Kriege und Konflikte im Nahen Osten persönlich und oft aus nächster Nähe erlebt
  • Jürgen Todenhöfer hat den Islamischen Staat von innen kennengelernt und weiß, was die IS-Terroristen denken