So teuer war Tanken noch nie. An den Preisen an der Zapfsäule können wir nichts ändern, aber an unserem Verbrauch. Wir geben Tipps, wie ihr die Kosten fürs Autofahren einigermaßen gering halten könnt.

Preise von 2,20 bis 2,30 Euro für Benzin und Diesel sind in diesen Tagen keine Seltenheit. Inwiefern der Krieg in der Ukraine, die hohe Nachfrage nach Heizöl und der starke Dollarkurs die Preise treiben, haben wir an anderer Stelle aufgeschlüsselt. Aber was können wir selbst tun?

Klar, an den Preisen können wir nichts ändern, aber wir können zumindest dafür sorgen, dass wir nicht so viel Sprit verbrauchen und insgesamt einfach weniger tanken müssen.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn ihr das Auto stehen lassen könnt und das Fahrrad nehmt oder die Bahn. Gerade für kurze Strecken lohnt sich das, weil ein kalter Motor mehr verbraucht. Aber aufs Auto verzichten – das geht eben nicht immer.

Langsamer fahren reduziert Verbrauch

Am meisten Sprit sparen können wir auf der Autobahn. Wenn wir da vom Gas gehen, merken wir das deutlich. Das liegt am veränderten Luftwiderstand, erläutert Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt.

"Kennt man ja, wenn man mal auf der Autobahn ein Fenster aufmacht und die Hand raushält – da drückt die Luft ja schon ordentlich."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk Nova

Wenn wir unsere Geschwindigkeit von 50 km/h auf 100 km/h verdoppeln, wird der Luftwiderstand nicht nur doppelt so groß, sondern sogar viermal so groß. Deswegen brauchen wir deutlich mehr Sprit, um dagegen anzukommen.

Rechen-Beispiel:

  • Wenn wir auf der Autobahn 100 km/h fahren und dann auf 160 km/h beschleunigen, brauchen wir gut 50 Prozent mehr Sprit.
  • Wenn unser Auto normalerweise 6,5 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, und wir mit 160 km/h unterwegs sind, braucht unser Auto locker 10 Liter, aber wenn wir nur 100 km/h fahren, sind es 3,5 Liter weniger.
  • Wenn wir statt 160 km/h nur 100 km/h fahren, sparen wir bei den aktuellen Preisen auf 100 Kilometer circa acht Euro.

Sprit-Sparen durch frühes Hochschalten

Nicht nur über die Geschwindigkeit, auch über unsere Fahrweise können wir unseren Verbrauch reduzieren. Menschen, die ein Eco-Fahrtraining besucht haben, profitieren jetzt besonders.

Allein das frühe Hochschalten bringt uns schon einiges. Die meisten neigen dazu, in der Innenstadt bei 50 km/h noch im dritten Gang zu fahren, dabei können wir bei dieser Geschwindigkeit schon im vierten oder fünften Gang unterwegs sein. Das senkt den Verbrauch.

"Bei höherem Gang verbraucht das Auto weniger Sprit, und gerade in der Stadt kann das einiges bringen, weil wir in der Stadt durch viel Stop and Go ja sowieso schon einen hohen Spritverbrauch haben."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk Nova

Und nicht zuletzt können wir noch unseren Reifendruck prüfen. Das wird auch gerne vernachlässigt. Hierbei können wir sogar 0,2 oder 0,3 Bar mehr Druck reinpumpen als vom Hersteller empfohlen – auch das spart Sprit. Denn je höher der Reifendruck, desto geringer ist der Rollwiderstand.

Außerdem wird empfohlen, zu schauen, was wir unnötig an Gewicht mit uns rumkarren. Gerne bleiben ja mal ein paar Wasserkästen im Kofferraum oder andere Dinge, die schwer sind. Vom Verkehrsclub Deutschland kommt die Faustregel: 100 Kilogramm Mehrgewicht kosten etwa einen halben Liter zusätzlich auf 100 Kilometer.