In Zukunft sollen wir per App ein Fahrrad bestellen können, das von alleine zu uns fährt, also selbstfahrend. Damit es an der Ampel nicht umfällt, bleibt der Coolness-Faktor allerdings auf der Strecke.

Erste Prototypen des selbstfahrenden Fahrrads haben die Forscher schon in Betrieb (Foto oben). Bald wird in Magdeburg der Probebetrieb starten.

"Du sollst dir in Zukunft einfach per App ein Rad bestellen können, das dann autonom zu dir fährt."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Damit die selbständig fahrenden Räder nicht umkippen können, sind es Dreiräder. Mit einem filigranen Rennrad haben sie nicht viel gemeinsam. Die Entwickler haben zwar versucht, das Gesamtgewicht so gering wie möglich zu halten. Trotzdem sind die Räder ziemlich sperrig und groß ausgefallen. 

Selbst strampeln ist angesagt

Vor allem die Akkus wiegen einiges. Die Uni Magdeburg arbeitet mit einem Lastenradhersteller zusammen, damit die Räder die ganze Technik unterbringen können und trotzdem noch Platz ist für Ladung und Kindersitze.

Die Akkuleistung ist vor allem für den Transfer von Kunde zu Kunde vorgesehen. Die Reichweite einer Akkuladung soll bei ca. 20 Kilometern liegen. Ziel ist es, über die Stadt verteilt Ladestationen aufzubauen.

Wenn das Rad dann erst mal bei mir ist, muss ich in der Regel selbst treten. Es gibt aber eine kleine Unterstützung durch den Motor, wenn die Fahrerin oder der Fahrer mit viel Gepäck oder mit Kindern unterwegs ist.

"Das Rad hat weniger Masse als ein PKW und ist langsamer. Im Kollisionsfall würden dadurch nicht ganz so große Schäden verursacht."
Stephan Schmidt, Juniorprofessor "Autonome Fahrzeuge", Uni Magdeburg

Beim Thema Sicherheit ist aber noch einiges zu klären, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz. Zum Beispiel kann noch niemand genau einschätzen, wie Passanten auf ein selbstfahrendes Rad reagieren, auf dem niemand sitzt. Gesetze für autonome Verleihfahrzeuge müssen (weiter)entwickelt werden. Sollen sie Nummernschilder bekommen? Und wie soll das Rad in einer Unfall-Situation reagieren?

Der Preis eines solchen autonomen Fahrrads steht übrigens noch nicht fest. Weil mit GPS, E-Antrieb, Kameras und Akkus viel Technik drin steckt, wird es aber vermutlich deutlich teurer als normale Räder.

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