Seine Erzählung "Rückkehr in die Nacht" hat er ausschließlich nachts geschrieben. Aber auch wenn Autor Clemens Meyer am Tag schreibt, beschäftigt ihn die Dunkelheit. Denn seine Figuren sind häufig Nachtgestalten.

Wer in der Nacht über die Nacht schreibt, der braucht die passende Beleuchtung. Deshalb sucht man im Schreibzimmer der Arbeitswohnung von Autor Clemens Meyer vergeblich nach grellen Lichtquellen. Zum Schreiben, klar, braucht man einfach auch die richtige Lichtstimmung.

"Ich hab am Schreibtisch eine kleine Lampe im Artdeco Stil mit nem kleinen, bläulichen Lichtfilter dran. Man sieht nur um den Laptop und auf dem Schreibtisch einen kleinen Lichtkegel. Und ansonsten fällt durch's Fenster noch ein bisschen Straßenlaternenlicht."
Autor Clemens Meyer über seinen Schreibtisch

Auffällig an der Nacht sind oft die Lichter, die kleinen, manchmal verschwommenen Punkte im Dunkeln, die mal grell und weiß, dann wieder milchig und gelb in der Ferne funkeln. Für Clemens Meyer sind sie ein Symbol der Verlorenheit des Menschen auf der Erde. Und natürlich ein Stilmittel in seinen Büchern über die Nacht.

Nacht zwischen Belgrad und New York

Clemens Meyer kennt die Nacht und er mag sie. Er kann nachts besser denken, sagt er. Zum Beispiel wenn er durch Leipzigs Straßen streift. Und auch in vielen anderen Städten der Welt hat er bereits die Nächte durchstreift. In New York etwa oder in Belgrad. Zwei Städte, die sich, so sagt er, erstaunlicherweise nur wenig voneinander unterscheiden. Denn beide Städte - so unterschiedlich sie auch sind - kommen einfach nicht zur Ruhe.

Shownotes
Clemens Meyer
Nachtmenschen
vom 06. November 2014