Eine Wohnung oder ein Haus ohne Zimmerpflanzen wirkt langweilig und trist. Etwas Grün ist in Sachen Einrichtung ein Muss und hat sich inzwischen zu einem regelrechten Hype entwickelt. Unter Hashtags wie #crazyplantlady, #plantstagram oder #urbanjungle sind Tausende Beiträge zu finden. Doch für einige von uns sind Zimmerpflanzen inzwischen mehr als nur eine hübsche Deko.

Ihre erste Pflanze, eine Monstera, hat sich Sarah in einem Blumenladen an einer U-Bahnhaltestelle in Berlin gekauft. Dort kam sie damals jeden Tag auf ihrem Arbeitsweg vorbei. Das war vor sechs Jahren. Inzwischen lebt die Autorin mit ihren rund 150 Zimmerpflanzen auf 40 Quadratmetern in Köln und ist nach eigener Aussage eine #crazyplantlady auf Instagram.

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Doch hinter der großen Sammlung von Sarah steckt eine ernste Geschichte. Als sie sich ihre erste Pflanze kaufte, kämpfte sie mit der Doppelbelastung durch Schichtarbeit im Journalismus und ihre Masterarbeit.

"Ich habe mich durch den hohen Stress ins Burnout reinmanövriert und dadurch in eine Depression."
Sarah über ihre Depression

Für sechs Wochen war sie in einer psychiatrischen Klinik. Die Pflanzen hätten ihr damals sehr geholfen, weil sie sich in Berlin sehr alleine gefühlt habe. Mithilfe der Pflanzen habe sie die Hoffnung auf das Leben, trotz der Depression, nicht verloren. "Es war schön, nicht mehr das einzige lebendige Wesen in meiner Wohnung zu sein."

Pflanzen sind ein fester Bestandteil von Sarahs Leben

Im Moment geht es Sarah psychisch gut. Ihre Pflanzensammlung wächst aber stetig weiter und sie hat sogar ein Buch darüber geschrieben. Als waschechte #crazyplantlady spricht sie jeden Morgen mit ihren Pflanzen, erkundigt sich nach ihrem Wohlbefinden streichelt sie sogar regelmäßig.

Die Unvollkommenheit eines Lebewesens ist es, die für Sarah den Reiz ihres Hobbys ausmacht. "Das ist nicht die nächste Gucci-Tasche, sondern eine Pflanze, die lebt und Fehler und Makel hat und nicht immer perfekt wächst. Das ist super so. Das ist genau der Sinn dieses Hobbys, dass man trotz Frustration nicht aufgibt."

Lass dir helfen!

Bestimmte Dinge beschäftigen dich im Moment sehr? Du hast das Gefühl, dich in einer ausweglosen Situation zu stecken? Wenn du dir im Familien- und Freundeskreis keine Hilfe suchen kannst oder möchtest, findest du hier einige anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

  • Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichst du rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen du über deine Sorgen und Ängste sprechen kannst. Auch ein Gespräch via Chat oder E-Mail ist möglich.
  • Kinder- und Jugendtelefon: Der Verein "Nummer gegen Kummer" kümmert sich vor allem um Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111
  • Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Bei MuTeS arbeiten qualifizierte Muslime ehrenamtlich. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch.
  • Hier findest du eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland: suizidprophylaxe.de