Katalysatoren von Autos sind bei Dieben gerade angesagt: Besonders bei älteren Fahrzeugen schneiden sie das Autoteil in kurzer Zeit raus und machen damit Geld.

Katalysatoren reinigen in Autos mit Verbrennungsmotor die Abgase und reduzieren die Schadstoffemissionen. Unter Dieben scheinen Katalysatoren immer beliebter zu werden, da sich damit Geld machen lässt. Weil sich in dem Katalysator Edelmetalle wie Platin, Palladium und andere verwandte Metalle befinden und die Preise für diese Edelmetalle in den vergangenen Jahren um das Dreifache angestiegen sind, schneiden sie die Katalysatoren einfach aus den Autos heraus.

Diebstähle nehmen zu

Der Anstieg der Katalysator-Diebstähle ist deutlich: 2016 hat der ADAC 54 solcher Fälle dokumentiert. 2020 waren es hingegen 420 registrierte Diebstähle, sagt Andreas Hölzel vom ADAC. Besonders ältere Fahrzeugmodelle seien davon betroffen mit Baujahren zwischen 2005 und 2008 als grobe Obergrenze.

Bei Christian Nicolaus-Kall war es ein Golf IV von 1998. Als er eines Morgens mit seinem Auto losfahren wollte, war das Auto seltsam laut, so als ob der Auspuff fehlen würde, erklärt er. Später hat ein Mechaniker gesehen, dass der Katalysator rausgetrennt wurde. Von der Polizei gibt es deutschlandweit bislang keine Zahlen dazu.

Katalysatoren-Klau betrifft eher ältere Autos

Der ADAC hat den Katalysatoren-Klau rekonstruiert und geht davon aus, dass die Diebe die Fahrzeuge mit einem Wagenheber aufbocken und das Autoteil mit wenigen Schnitten unter dem Auto heraustrennen, das bei älteren Modellen etwa auf der Höhe der Vordersitze angebracht ist. Länger als eine Minute würde das nicht dauern – zumindest bei den alten Fahrzeugen. Bei jüngeren Autos sind die Katalysatoren dicht im Motorraum verbaut, was es erschwert, das Teil in kurzer Zeit herauszutrennen.

Außerdem befinden sich in den Katalysatoren von alten Benzinern mehr Edelmetalle, sagt Auto-Experte Benjamin Stephan von Greenpeace. Sie bringen den Dieben also mehr Geld. Andere verkaufen den Katalysator direkt als Ersatzteil weiter. Ein Schrotthändler schätzte den Wert des Katalysators aus Christian Nicolaus-Kalls altem Golf IV auf etwa 1.000 Euro. Für den Rest des Autos hat er hingegen 180 Euro von dem Schrotthändler bekommen. Nach dem Diebstahl war das Auto nicht mehr fahrtauglich.

"Die alten Kats können relativ einfach recycelt werden und dadurch kommt man eben an die wertvollen Edelmetalle ran."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Garage oder heller Parkplatz kann Risiko verringern

Wer sich vor solch einem Diebstahl schützen möchte, kann zum Beispiel eine Garage für sein Auto anmieten. Gerade für Menschen, die in Großstädten wohnen, rentiert sich das allerdings oft kaum, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz, wenn eine Garage im Jahr bis zu 500 Euro Miete kostet und das alte Auto nur noch einen Wert von etwa 1.000 Euro hat. Alternativ könne es schon helfen, das Auto an hellen Orten abzustellen, in der Hoffnung, der Parkplatz ist für die für Diebe ein zu hohes Risiko.