250.000 Kilometer Testfahrten hat der neue ICE 4 hinter sich - bald geht er in den Regelbetrieb. Das Meckern hat begonnen: zu eng, unbequeme Sitze. Aber alle wollen Sparpreise. Brauchen wir eine Dritte Klasse? Die Kunden haben ganz unterschiedliche Erwartungen, sagt Lukas Iffländer von Pro Bahn.

Am 10. Dezember 2017 geht der ICE 4 in den Regelbetrieb. Auf den Strecken Hamburg-München und Hamburg-Stuttgart könnt ihr dann mit den neuen ICE-Zügen durchs Land rauschen.

4,191 Likes, 80 Comments - Deutsche Bahn (@deutschebahn) on Instagram: "Unser Jüngster kann's kaum erwarten - nur noch 30 Mal schlafen, dann darf er seinen Regelbetrieb..."
Unser Jüngster kann's kaum erwarten - nur noch 30 Mal schlafen, dann darf er seinen Regelbetrieb starten.😃#ICE4 #ZukunftBahn #deutschebahn #bahn #ice #br412 #zug #eisenbahn #bahn #reise #travel #railstagram #igersbahn #eisenbahnbilder #eisenbahromantik #bahnhof #sonne (Foto: Faruk Hosseini)

Lukas Iffländer vom Fahrgastverband Pro Bahn hat den ICE 4 schon ein paar Mal getestet. In die neuen Züge passen mehr Fahrgäste rein, denn die Waggons sind etwa einen Meter länger als die bisherigen. Dafür sind sie aber auch 17 Zentimeter schmaler.

Dass es enger ist, merkt man vor allem im Vergleich zur ersten und zweiten ICE-Generation, sagt Iffländer. Der Unterschied zu den neueren ICE-Zügen, dem ICE 3 und ICE T, sei aber gar nicht so groß.

Die Züge sind schmaler. Kommt man dann noch durch?

Es wird zwar schmaler, aber die Gepäckregale sind so angebracht, dass Platz bleibt, damit die Kunden aneinander vorbeikommen, sagt Iffländer. "Mit solchen Begegnungsinseln ist das Ganze etwas entschärft worden."

Blick in ein Abteil des ICE 4.
© Thorsten Baering | Imago
Hier können sich die Kunden begegnen...

Viele andere Bahnkunden meckern immer. Die Armlehnen seien zu hoch, es gebe keine standardmäßigen Leselampen über den Sitzen und die Polsterung sei unbequem. Dass die Sitze nicht gemütlich sind, hat die Bahn verstanden. Sie kümmert sich, sagt Iffländer.

Komfort und Platz kosten

Bei den anderen Themen ist Iffländer eher skeptisch. Die Erwartungshaltungen der Kunden würden sehr auseinandergehen. Es gibt jene, die vor allem mit Sparpreis Bahn fahren wollen. "Da kann man einen gewissen Standard leider nicht mehr ansetzen", sagt er.

"Vielleicht muss man diskutieren, ob man wieder eine Art Dritte Klasse einführt."

Auch in Iffländers Verband wird über dieses Problem diskutiert. Denn die verschiedenen Erwartungen führen zu Konflikten. Es gibt eben auch jene Kunden, die bereit sind, mehr Geld auszugeben und dann einen gewissen Komfort erwarten. 

Die gute Nachricht für alle ist: Im neuen ICE 4 gibt es wieder ein Restaurant, das wirklich nach Speisewagen aussieht, sagt Iffländer.