Gut 10 Milliarden investiert die Bahn in Gleise, Brücken und Bahnhöfe. Besser spät als nie, sagt der Fahrgastverband Pro Bahn.

Die Deutsche Bahn saniert im Jahr 2019 rund 1500 Kilometer Gleise, 300 Brücken und rund 650 Bahnhöfe. 10,7 Milliarden Euro sollen in die Schieneninfrastruktur und die Bahnhöfe investiert werden. Ronald Pofalla hat erklärt, dass ab März 2019 an 800 Baustellen gleichzeitig gearbeitet werden. Er ist seit 2017 Infrastrukturvorstand des Unternehmens und war vor seinem Wechsel zur Deutschen Bahn für vier Jahre Kanzleramtschef.

Investitionsstau mit Folgen

Die Bahn verspricht Baumaßnahmen möglichst kundenfreundlich umsetzen. Beispiel Brückensanierung: In der Vergangenheit riss das Unternehmen alte Brücken ab und unterbrach den Bahnverkehr an der betroffenen Stelle, bis eine neue Brücke stand. Um das zu vermeiden, will der Konzern zukünftig verstärkt mit Behelfsbrücken arbeiten.

Lukas Iffländer vom Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Investitionen, fürchtet aber extreme Folgen für die Fahrgäste – insbesondere auf der wichtigen Verbindung  zwischen Göttingen und Hannover.

" Endlich wird mal was angepackt, aber gleichzeitig wird das für die Fahrgäste wirklich der Horror werden."
Lukas Iffländer, Fahrgastverband Pro Bahn

Seit 1994 wurde die Bahninfrastruktur systematisch verkleinert. Deswegen werden die aktuellen Pläne unter anderem als Ende der Abriss-Ära bezeichnet. Lukas Iffländer spricht von einem Investitionsstau in zweistelliger Milliardenhöhe. Er findet auch, dass die Investitionen jetzt sehr spät kommen.

"Der bessere Zeitpunkt wäre gewesen, dass man 1994 nach der Bahnreform ordentlich gearbeitet hätte. Man hat bei der Instandhaltung geschlampt, weil man die Bahn unbedingt an die Börse bekommen wollte."
Lukas Iffländer, Fahrgastverband Pro Bahn

Mehr zum Thema Bahn bei Deutschlandfunk Nova: