Eine Bananen-Apokalypse kommt auf uns zu. Schuld daran ist ein Schimmelpilz. Eigentlich ein alter Bekannter. Doch wir haben nichts dazu gelernt. Ist unsere Lieblingsfrucht noch zu retten?

Ein Schimmelpilz mit dem Namen Fusarium oxysporum tötet unsere Banane. In den 60er Jahren hatte er bereits in Ost- und Südostasien - wo die Banane ursprünglich herkommt - Plantagen zerstört. Danach wurde es ruhig um den Bananenkiller. In Australien, im Nahen Osten und in Afrika ist aber vor drei Jahren der gleiche Schimmelpilz wieder aufgetaucht, wie Forscher aus den Niederlanden festgestellt haben.

Asexuelle Vermehrung ist ein Problem

Die Forscher sind überzeugt davon, dass der Pilz das Hauptanbaugebiet in Mittelamerika erreicht. Die Frage ist nur wann. Klar ist aber: Dann ist Schluss. Das hat die Vergangenheit gezeigt. Um 1900 herum hatte es schon einmal einen Pilzbefall in Australien und Mittelamerika gegeben - eine der schlimmsten Landwirtschaftsepidemien der Geschichte. Diese Epidemie hat die damalige Sorte "Gros Michel" komplett vernichtet.

"Die eine Pflanze klont sich im Prinzip nur selbst. Das bedeutet: Wenn diese Ursprungsbanane dem Pilz nichts entgegen zu setzen hat, dann können die Klon-Bananen rund um die Welt das auch nicht."
Sophie Stigler, Wissensnachrichten

Das Problem ist, dass alle Bauern irgendwann dieselbe Sorte anbauen, nämlich die robuste Züchtung mit großen Früchten und tollem Geschmack. Und die vermehrt sich eher ungewöhnlich: nicht über die Früchte selbst. Das liegt daran, dass Kerne fehlen, denn die möchte keiner essen.

Die Bauern benutzen entweder Ableger vom Stamm, oder sie werden großindustriell über Gewebekulturen im Labor hergestellt. Diese Art der Reproduktion nennt sich asexuelle Vermehrung, weil da kein neues Genmaterial hinzukommt.

Banane mit Kernen: die Sorte Musa Balbisiana

Die Rettung war damals eine neue Sorte: die Cavendish Banane. Aber dann ging die Geschichte wieder von vorne los: "Auf den Plantagen überall auf der Welt wächst wieder nur diese eine Sorte mit exakt dem gleichen Genmaterial. Auch der neue Pilz, der jetzt um die Welt geht, ist nur eine Weiterentwicklung des alten", erklärt Sophie Stigler.

Ein kurzfristiger Lösungsansatz ist, eine weitere neue Sorte zu züchten, der zumindest der neue Pilz nichts anhaben kann. Und ein Hoffnungsschimmer kommt aus Honduras: Dort sollen Bananen wieder aus eigenen Samen entstehen. Ein naheliegender Ansatz die genetische Vielfalt zurückzuholen. Wir hoffen nicht nur für unser Frühstück, dass es gelingt.

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