Spinnen finden sich gerne auch mal in Bananenkisten wieder. In Krefeld sorgte so ein Spinnenfund in einem Supermarkt zuletzt für Aufsehen. In vielen Fällen ist ihr Gift für den Menschen nicht tödlich. Nach einem Biss sollten wir aber zum Arzt gehen.

Reptilienexpert*innen haben wahrscheinlich eher selten einen Einsatz im Supermarkt. In Krefeld am Montag (31.01.22) aber schon. Der Grund: eine Spinne, die ungefähr so groß wie eine Handfläche ist. Das Tier ist in einer Bananenkiste aus der Dominikanischen Republik nach Deutschland gekommen.

Die Mitarbeitenden des Discounters haben die Spinne beim Auspacken der Bananen entdeckt und die Feuerwehr informiert. Dass es eingeschleppte Spinnen beim Einkaufen unbemerkt auch zu uns nach Hause schaffen, dürfte wohl selten vorkommen.

"Dass eine eingeschleppte Spinne entdeckt wird, passiert nicht wahnsinnig häufig, aber es passiert. Meistens im Supermarkt. Der wird dann in der Regel so lange zu gemacht, bis Spinnenexpertinnen oder -experten das Tier eingefangen haben."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Pestizide und Kälte gegen Spinnen

In der Regel sollen Pestizide vorbeugen, dass sich Tiere in der Bananenkiste einnisten. Damit werden die Bananen beim Transport im Schiff besprüht, und die Tiere sterben ab.

Die Ausnahme ist Bio-Obst. Hier sollen keine Pestizide beim Transport eingesetzt werden. Eine weitere Hürde für die Tiere ist Kälte. Denn: Das Obst wird beim Verschiffen und auch zur Lagerung im Supermarkt gekühlt – was Spinnen nicht besonders mögen.

Spinnen mögen unser Klima weniger

Viele der eingeschleppten Bananenspinnen, die in Ländern heimisch sind, wo Bananen angebaut werden, schaffen es wegen der kälteren Temperaturen bei uns auch nicht, sich hier anzusiedeln.

Unmöglich ist es aber nicht. Der Ammen-Dornfinger zum Beispiel ist eine gelblich-grünliche Spinne, die vermutlich in einer unbehandelten Obstkiste nach Deutschland gekommen ist und heute in den hohen Gräsern von Berlin und Brandenburg lebt. Ursprünglich kommt die Spinne in warmen bis subtropischen Regionen vor.

Ihr Biss ist für Menschen nicht tödlich, kann aber zu gesundheitlichen Komplikationen führen. Daher sollte man nach einem Biss eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und sich möglichst nicht kratzen.

Das Gift einer Spinne

Giftig sind im Grunde alle Spinnen. Aber nicht jedes Spinnengift ist für den Menschen ein gesundheitliches Problem. Was die sogenannten Bananenspinnen angeht, gilt die Brasilianische Wanderspinne als eine der gefährlichsten.

Die Spinne mit dem dunkel behaarten Körper, kann einen Durchmesser von bis zu 13 Zentimetern haben und gilt als angriffslustig und auch aggressiv. Ihr Gift führt selten zum Tod, kann aber Temperaturabfall, Herzrasen oder Bluthochdruck verursachen. Nach einem Biss sollte man daher schnell in die Notaufnahme.

"Der Worst Case unter den sogenannten Bananenspinnen ist die Brasilianischen Wanderspinne. Mit ihrem Gift ist nicht zu spaßen, es ist aber selten tödlich."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Bei der Spinne im Krefelder Supermarkt handelt es sich um eine Riesenkrabbenspinne. Sie kann eine Beinlänge von bis zu 30 Zentimetern erreichen und ihr Biss ist ungefähr so giftig wie ein Stich einer Biene.