In der Finanzkrise sind viele Milliarden Euro in die Bankenrettung geflossen. Wie viel es genau war und ob es überhaupt was gebracht hat, darüber streiten die Fachleute. Das Bauchgefühl von Wirtschaftsjournalist Ulrich Ueckerseifer ist eher positiv.

Hundert Milliarden oder fünfzig Milliarden - oder hundertfünfzig? Genau weiß das keiner. Bis Banken das abgewickelt haben gehen Jahrzehnte ins Land. Das liegt auch daran, dass Wertpapiere eine so lange Laufzeit haben, erklärt Wirtschaftsjournalist Ulrich Ueckerseifer.

"Wenn wir noch mal eine Finanzkrise bekommen, bevor das alles abgewickelt ist, dann wird alles noch teurer."
Ulrich Ueckerseifer, Wirtschaftsjournalist

Hundert Rettungsmilliarden. Das war eine Schätzung, die vor ein paar Jahren genannt wurde. Diese Summe setzt sich zusammen aus dem, was der deutsche Staat in die Banken geschossen hat und dem Geld, das als Bürgschaft hinzu gekommen ist. Teurer wird es schon nicht werden: "Zwischen fünfzig und hundert Milliarden hieß es", so Ulrich Ueckerseifer.

"Sobald Trump aus der Bankenregulierung aussteigt, ist der Startknopf für die nächste Krise schon gedrückt."
Ulrich Ueckerseifer, Wirtschaftsjournalist

Sein Bauchgefühl sagt dem Wirtschaftsjournalist Folgendes: "Die Investitionen haben sich gelohnt. Das war die Zeit kurz nach der Lehman-Pleite. Und alle waren super, super, supernervös. Da hätte auch das Weltfinanzsystem komplett zusammenbrechen können, sodass niemand mehr irgendjemandem Geld leiht und umgekehrt." Das ist verhindert worden, so Ueckerseifer.

Gewappnet durch Finanzmarktregulierung

Banken müssen heute mehr Eigenkapital haben. Das ist das Geld, mit dem sie Verluste bezahlen müssen. "Das ist alles zu kompliziert und nicht genug", kritisiert Ulrich Ueckerseifer. Eine Unsicherheit sieht der Experte in Donald Trump: "Wenn er aus der Bankenregulierung aussteigt, dann ist der Startknopf für die nächste Krise schon gedrückt - dann wird’s in sechs bis acht Jahren wieder knallen."