Opiate werden aus medizinischen Gründen und als Rauschmittel schon seit Jahrtausenden genutzt. Der zunehmende Opiummissbrauch im 19. Jahrhundert führt zu ersten Verbotsdiskussionen. Deutschland bekommt schließlich 1929 das erste Opiumgesetz.

Im antiken Griechenland wird Opium ebenso verwendet wie im Römischen Reich. Mit dem Aufkommen des Christentums gerät es aber in Europa etwas in den Hintergrund, weil viele Christen glauben, Krankheiten seien eine Strafe Gottes und dürfen deshalb nicht durch Einnahme von Opium gelindert werden.

Erstes Betäubungsmittel

Der getrocknete Milchsaft unreifer Samenkapseln des Schlafmohns wird seit Jahrtausenden zu medizinischen Zwecken verwendet. Patienten werden damit betäubt, um Schmerzen bei Operationen erträglicher zu machen oder auch schmerzhafte Wunden zu betäuben.

Extreme Abhängigkeit

Neben der medizinischen Verwendung wird Opium als Rauschmittel verwendet. Das Rauschmittel führt bei den Anwendern zu extremer Abhängigkeit. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt es deshalb internationale Bestrebungen den Missbrauch von Opium gesetzlich einzudämmen. Bei der internationalen Opiumkonferenz wird 1909 in Shanghai ein weltweites Opiumverbot debattiert.

Opiumpolitik gegen Missbrauch

Bei zwei weiteren Konferenzen in Den Haag wird 1911 und 1912 die internationale Opiumpolitik zum ersten Mal verbindlich geregelt. Deutschland ratifiziert die Haager Opiumkonvention nicht, wird aber durch den Versailler Vertrag 1919 dazu gezwungen. In der Weimarer Republik werden die Gesetze ziemlich lasch gehandhabt, so dass der Missbrauch von Opium zunimmt. Mit dem ersten Opiumgesetz wird 1929 der freie Zugang zu Opium erschwert. Der Verkauf von Opium ist fortan rezeptpflichtig.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Pharmaziehistoriker und Apotheker Christoph Friedrich schildert die Anfänge der medizinischen Verwendung von Opium.
  • Der Buchautor Norman Ohler hat sich mit dem Drogenkonsum in der NS-Führung und der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt.
  • Der Arzt und Buchautor Bernhard van Treeck plädiert für einen strengeren Umgang mit Drogen wie Alkohol und Nikotin.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die unterschiedlichen Drogenprobleme in der DDR und der BRD nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Felix Schledde erläutert wie es zum Opiumgesetz in der Weimarer Republik kam.