Basilicum ocimum, auch Königskraut genannt, gehört zur guten Küche. Wer aber nicht den passenden Garten für das Sensibelchen hat, schafft es kaum, das Kraut am Leben zu halten.

Unsere Reporterin Almuth Knigge gibt nicht auf. Irgendwie muss es doch möglich sein herauszufinden, wie für das Basilikum die optimale Pflege ohne Garten aussehen muss. Sie holt sich ihre Versuchsreihe Basilikum aus dem Supermarkt und Tipps bei Bio-Gärtner Herbert Vinken. Bevor es losgeht, bekommt jede Pflanze ihren eigenen Namen: Kai, Brunhilde, Almi, Anne und Franzi.

Der Basilikum-Test von Almuth Knigge
© Almuth Knigge | DRadio Wissen
Die Versuchspflanzen in Reih und Glied. Wie man unschwer erkennen kann: Kai macht schlapp.
  • Kai kommt in den Tontopf: nach drei Tagen zeigt er erste Erschlaffung, nach einer Woche ist er kurz vorm Exitus.
  • Brunhilde bleibt in der Verpackung: hält sich gut, ab dem zehnten Tag beginnt sie in der Mitte zu gammeln.
  • Almi wird von oben gegossen: nach zwei Wochen beginnt sie zu kränkeln.
  • Anne wird vereinzelt gegossen: nach drei Wochen ist sie am besten in Schuss.
  • Franzi wird sich selbst überlassen: hält relativ lange gut mit.

Die größten Basilikum-Fehler

Der Tontopf entzieht dem Basilikum das Wasser, deshalb hat Kai als Erster schlapp gemacht. Weil das Basilikum zu dicht ausgesät wird, fängt es an, von der Mitte aus zu gammeln. Auf einer Fläche von einer Handspanne wachsen dann 20 Pflänzchen, wo eigentlich nur für eine einzige ausreichend Platz wäre. Zwischen den dichtgedrängten Pflänzchen entstehen schnell Pilzkrankheiten, weil sie nicht abtrocknen können nach dem Gießen.

Die Verpackung wirkt bei Brunhilde deshalb auch wie ein Turbo-Killer, weil es im unteren Bereich der Pflanze feucht-warm bleibt. Das ist aber genau das, sagt der Kräuterspezialist, was das Basilikum nicht mag. Er rät sogar, Brunhilde unten trocken zu fönen.

Bei Almi ist der Wurzelhals, da wo die Wurzeln in den Stamm übergehen, matschig geworden durch die die Bewässerung von oben. Besser ist es, wenn das Basilikum das Wasser von unten aus dem Untersetzer aufsaugen kann - wohl dosiert, weil zu viel ebenfalls zum Vergammeln führt. Wenn die Wurzeln im Wasser stehen, bekommen sie keinen Sauerstoff mehr.

"Basilikum gehört zu den Primadonnen - hübsch, aber zickig."
Herbert Vinken, Bio-Gärtner

Außerdem braucht das Basilikum viel Licht - nicht Sonne. Die ursprünglichen Basilikumformen stammen fast alle aus Indien, ein paar aus Ostafrika. Dort herrscht in der Regel ein stetig warmes Klima und fast Tag-Nacht-Gleiche. Egal ob Sommer oder Winter - die Sonne geht zur (fast) gleichen Zeit unter. In Deutschland ist es quasi aussichtslos, das Basilikum im Winter länger durchbringen zu wollen, weil es in unseren Breiten dann einfach zu wenig Licht abbekommt.

Am Ende der Versuchsreihe, bevor aus den leidenden Pflänzchen nur noch gammlige Matschtöpfe werden, mixt Almuth Pesto für die Tomatenbeilage oder ein italienisches Nudelgericht.

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