Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) will auf die Bedeutung von Meinungsfreiheit und Zeitungen hinweisen. Der Anlass: das Attentat auf Charlie Hebdo. Leider werden dabei ein paar Dinge in einen Topf geschmissen, die nicht zusammenpassen.

In einem Statement zu der Karikatur schreibt Helmut Heinen, der Präsident des BDZV: "'Lügenpresse' - das ist ein Kampfbegriff aus Deutschlands dunkelster Vergangenheit. Perfide Propaganda der Pegida-Anführer, Ignoranz und unklare Ängste drohen hier, eine üble Allianz einzugehen." Der Journalist Stefan Niggemeier distanziert auf seinem Blog ganz deutlich von Karikatur und Statement. Was ihn daran besonders stört: Dass die Karikatur Menschen, "die friedlich demonstrieren, mit einem Verbrechen in Verbindung bringt, das sie nicht befürworten, nicht gutheißen und das nicht in ihrem Namen begangen worden ist." Mit diesen Menschen meint Stefan Niggemeier die Pegidademonstranten in der Karikatur.

Verschiedene Argumente in einen Topf geschmissen

Er selbst distanziert sich deutlich von Pegida und kritisiert zugleich, dass der BDZV das Satiremagazin Charlie Hebdo - aus Pegida-Sicht - als Lügenpresse bezeichnet. Das sei falsch, meint Stefan Niggemeier, "weil die Zeitschrift Charlie Hebdo aus Sicht der Pegida-Leute genau das Gegenteil dessen ist, was sie als 'Lügenpresse' beschimpfen." Für Stefan Niggemeier geht der BDZV zu weit, weil der den Terroranschlag von Paris für den Kampf gegen Pegida instrumentalisiert.

Frank Lübberding vom Blog Wiesaussieht teilt die Kritik von Stefan Niggemeier. Das größte Problem an der Aktion des BDZV ist für ihn allerdings nicht die Karikatur selbst, sondern der dazugehörige Aufruf von BDZV-Präsident Helmut Heinen.

Die Medien-Elite und ihre Leser

Und Richard Gutjahr beschäftigt sich vor allem mit den Kommentaren, die sich unter dem Aufruf von Helmut Heinen auf faz.net sammeln. Was ihn daran besonders wundert: Der Präsident des BDZV und dessen Aufruf bekommen fast nur Zuspruch.

"Was ich so bemerkenswert an dieser Diskussion finde: Sie offenbart - so deutlich wie selten - den Graben, der durch die Gesellschaft geht. Wie beim Färbetest von Blendax-Antibelag wird hier auf einmal sichtbar, wie sehr sich die Medien-Elite von ihren eigenen Lesern entfremdet hat - und dazu zählen ausdrücklich auch die Pegida-Kritiker."