Familie, Staatsoberhäupter, Adelige und ein paar Angestellte: Nur wirklich wichtige Menschen dürfen in London persönlich um Queen Elisabeth II. trauern. Ein kleiner Überblick.

Die Beisetzung der britischen Königin Elisabeth II. ist ein Staatsakt. Die Monarchin war nicht nur Herrscherin über das Vereinigte Königreich – gemeinsam mit den Kammern des britischen Parlaments – sondern auch Herrscherin über das Commonwealth. Die Monarchin ist am 08.09.2022 gestorben und wird am 19.09.2022 in der St George's Chapel in Windsor Castle beigesetzt.

"Eingeladen werden aber nur die Länder, mit denen das Vereinigte Königreich uneingeschränkte diplomatische Beziehungen hat."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin, über das Queen-Begräbnis

Vor der Beisetzung erweisen Repräsentantinnen und Repräsentanten von Staaten und Adelsfamilien ihr in Westminster Abbey die letzte Ehre. Interessant sei eigentlich, wer unerwünscht ist, findet Ilka Knige. Die Deutschlandfunk-Nova-Reporterin listet auf, wer oder welches Land nicht geladen ist (Stand 19.09.2022):

  • Russland – weder Wladimir Putin noch Vertretende sind erwünscht
  • Belarus – das Vereinigte Königreich erkennt die Präsidentschaft von Alexander Lukaschenko nicht an
  • Myanmar
  • Syrien
  • Venezuela
  • Afghanistan

Einen kommentierten Stream der Beisetzung stellt Sky auf Youtube bereit:

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Für das Begräbnis der Queen gilt das diplomatische Format 1 + 1. Es sind jeweils nur der Präsident oder die Präsidentin plus Partner eingeladen, außerdem Mitglieder der Königsfamilie, Adelige und aktives und ehemaliges Personal des britischen Königshauses.

Teilnahme ist protokollarisch geregelt

Aus Deutschland werden Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender anreisen, außerdem die Markgräfin und Prinz und Prinzessin von Baden, der Fürst zu Hohenlohe und der Landgraf von Hessen.

Aus Ländern zu denen Großbritannien keine vollen diplomatischen Beziehungen unterhält – Nordkorea zum Beispiel — sind auch die Staatsoberhäupter nicht eingeladen. Hier weicht das Protokoll auf eine niedrigere Ebene aus.

Begrenzung aus logistischen Gründen

Für alle gilt, dass keine Delegationen und keine eigenen Sicherheitsleute anreisen – aus logistischen Gründen. Rund 2.000 Menschen werden in der Westminster Abbey erwartet.

Auch eigene Fahrzeuge sollen die Gäste nicht mitbringen. Sie werden mit Busshuttles nach Westminster transportiert.

"Nur Joe Biden durfte seine gepanzerte Limousine mitbringen, und auch für Israels Präsident Herzog wird eine Ausnahme gemacht."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin, über das Queen-Begräbnis

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro wird voraussichtlich anreisen, der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman wohl nicht. Nach dem Mord an dem Regimekritiker Jamal Khashoggi im Jahr 2018 wäre es sein erster Besuch gewesen.

Vor der offiziellen Trauerfeier haben wir mit den Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Christina Höwelhans gesprochen. Sie hatte sich in die lange Schlange eingereiht, um den Sarg der Queen zu sehen – ohne Einladung und mit Erfolg.

Christina Höwelhans, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin, hat sich angestellt, Stand 18.09.2020
"Es ging ja nicht nur um diesen Sarg. Man schiebt sich stundenlang in einem Paralleluniversum durch London."

"So still war es in Großbritannien schon lange nicht mehr", sagt Christine Heuer über die zwei nationalen Schweigeminuten für Elisabeth II., die am 19.09.2022 abgehalten worden sind. Wir haben kurz vor Ankunft des königlichen Leichnams in Windsor Castle mit der Dlf-Korrespondentin für das Vereinigte Königreich gesprochen.

Bislang ist bei der Jahrhundertfeier alles nach Plan verlaufen, berichtet sie. Das ganze Gespräch könnt ihr mit einem Klick auf Play anhören.

Christine Heuer, Dlf-Korrespondentin für das Vereinigte Königreich, Stand 19.09.2020; 17:24 Uhr
"Jeder einzelne Teil des Zeremoniells hat genau so stattgefunden, wie es geplant war.