Wie viel Begrüßung mögen wir? Manche wollen umarmt werden, andere begrüßen sich mit Küsschen links - manchmal auch rechts, und wieder andere finden: Hände schütteln reicht. Eine Körperlandkarte verrät jetzt, wie intim wir es haben wollen.

Forscher von der Uni Oxford haben 1300 Menschen aus fünf Ländern gebeten, online eine Art Körperlandkarte zu erstellen. Sie wollten wissen, wie intim die Menschen es bei der Begrüßung mögen. Ganz deutlich wurde: Je besser wir Menschen kennen und je lieber wir sie mögen, desto intimer wollen wir auch begrüßt werden. Und dabei spielt es keine Rolle, wie lange wir den anderen nicht gesehen haben.

"Across all tested cultures, the total bodily area where touching was allowed was linearly dependent on the emotional bond with the toucher, but independent of when that person was last encountered."

Die Befragten mussten Tabuzonen einzeichnen und angeben, wo sie sich ohne Probleme anfassen lassen. Jeweils nach Beziehung zu der Person, also Partner, Freund, Bekannter, Verwandter, Fremder. Alle Daten zusammengenommen, lässt sich herauslesen, dass das Küsschen auf die Wange vielen zu intim ist. Bei Fremden reicht den meisten das Händeschütteln.

Finnen kommen sich gerne nah bei der Begrüßung

Bei der Begrüßung Hände und Arme zu berühren finden die meisten in Ordnung. Der Po ist absolutes Tabu. Also der Klaps auf den Po geht gar nicht! Aber grundsätzlich lässt sich aus den Ergebnissen der Studie ablesen: Je enger die Beziehung zu einem Menschen ist, desto größer ist auch der Bereich, der berührt werden darf. Und: Je schöner ich die Berührung finde, um so eher will ich, dass das nur mir ganz nahestehende Menschen machen.

"Berührung ist für unser soziales Beziehungsgefüge super wichtig."
DRadio-Wissen-Autorin Anneke Schaefer über die Berührungs-Studie

Die Studienteilnehmer kamen aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Finnland und Russland. Interessanterweise sind es nicht die Südländer, die am meisten Intimität zulassen, sondern die Finnen. Die Menschen aus dem Norden lassen sich also lieber anfassen, als die Italiener - und auch als die Franzosen, bei denen das Küsschen zur Begrüßung ja üblich ist. Das Schlusslicht bildeten übrigens die Briten.