Eine Sprache, die allen Geschlechter gerecht wird - gendergerecht ist – damit tut sich das Deutsche schwer. Jetzt trifft sich der Rat der deutschen Rechtschreibung in Wien, um genau darüber zu diskutieren und es für uns alle ein bisschen einfacher zu machen. 

Gendersternchen, das große I wie bei HörerInnen oder ein geschlechtsneutrales Personalpronomen, wie es die Schweden schon längst eingeführt haben - es gibt viele Gender-Ideen, über die der Rat diskutieren kann.

"Es gibt ja überhaupt noch nichts, was an dieser Stelle geregelt ist. Wir versuchen heute mal zu diskutieren, was wir vielleicht empfehlen können."
Ludwig Eichinger, Institut für Deutsche Sprache

In verschiedenen Arbeitsgruppen macht sich der Rechtschreibrat schon länger Gedanken übers Gendern - und zwar seit das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat, nicht nur zwei Geschlechter zu unterscheiden, so Ludwig Eichinger vom Institut für Deutsche Sprache. Wie die intersexuelle Anrede genau gelöst werde, das wisse der Rat derzeit aber noch nicht.

"Im Deutschen ist manches nicht ganz so einfach. Erstens, weil wir diese drei Geschlechter haben in den Substantiven, die wir immer berücksichtigen müssen. Und zweitens, weil wir auch keine einheitliche Anredeform haben."
Ludwig Eichinger, Institut für Deutsche Sprache

Mr., Mrs. und jetzt auch Mx: Die Engländer hätten das Glück, dass alle Anredeformen mit einem M losgehen. Bei uns sei das ein bisschen komplexer. 

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Die Erfindung eines neuen Personalpronomens sei aber zweifellos keine Aufgabe des Rats für deutsche Rechtschreibung, so Ludwig Eichinger. Entscheidungen sollten aber nicht zu sehr vom bisherigen Sprachgebrauch in der Gesellschaft abweichen.

"Wir bilden eine gesellschaftliche Wirklichkeit ab. Das ist zum Beispiel passiert beim Deppenapostroph: Olga’s Wurstbude."
Ludwig Eichinger, Institut für Deutsche Sprache

Beim Deppenapostroph, der sich durch die Gewohnheit durchgesetzt hat, habe man erkannt, dass der durchaus einen Sinn hat, so der Sprachexperte. Das sei die Aufgabe des Rechtschreibrats: Nicht vorschreiben, "sondern der schaut, was überwiegend verwendet wird, was in bestimmten Kontexten verwendet wird, und gibt dann entsprechende Empfehlungen an die politischen Gremien in allen deutsschprachigen Ländern", so der Sprachexperte.

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Mehr über gendergerechte Sprache  bei Deutschlandfunk Nova:

  • Gendern international: Englisch ist neutraler | auf Twitter teilenIm englischsprachigen Raum interessiere Gendern niemanden, hieß es in einem der 500 Facebook-Kommentaren zu unserem Gender-Star-Beitrag. Stimmt. DRadio-Wissen-Reporterin Eleonora Pauli hat sich gendergerechte Sprache in anderen Ländern genauer angesehen.