Als Francis Tchiégué Kamerun verlassen will, um in China Mathematik zu studieren, sind seine Freunde fassungslos. Fast alle raten ihm ab. Zehn Jahre später hat er eine eigene Fernsehsendung: er unterrichtet Mandarin für Ausländer.

Schon als kleiner Junge ist Francis Tchiégué fasziniert von China. Vor allem Bruce Lee und Jacky Chan haben es ihm angetan. Menschen, die durch die Luft fliegen können und alle besiegen, die ihnen im Weg stehen. Viel mehr weiß Francis Tchiégue allerdings nicht über China. Außer vielleicht, dass die Chinesen viel Reis essen.

"Wenn Du etwas wirklich liebst, wenn es Dir dabei nicht ums Geld geht, dann kannst Du diese Sache wirklich ganz durchdringen"
Francis Tchiégué (39) aus Kamerun

Als Francis Tchiégué dann vor zehn Jahren mit einem Stipendium nach China kommt, spricht er kein Wort Mandarin. Und dann verhalten sich die Menschen um ihn herum auch noch so ganz anders als die bei ihm zu Hause in Kamerun. Und dann ist da ja auch noch das Essen:

"Ein paar meiner Freunde haben jeden Tag einen Löffel mit in die Mensa genommen und damit gegessen. Ich hatte auch Löffel, aber ich habe mich entschieden, die niemals zu benutzen. Ich wollte lernen, mit Stäbchen zu essen."
Francis Tchiégué ist ehrgeizig - von Anfang an

Auch beim Sprachunterricht ist Francis ehrgeizig. Er will nicht einfach nur Mandarin sprechen. Er will es perfekt beherrschen. Von Anfang an nimmt er sich mit einem Kassettenrekorder auf, lernt Radionachrichten auswendig und spricht sie sich vor. Heute hat er eine eigenen Sendung, in der er anderen Ausländer Chinesisch beibringt. Und China ist seine zweite Heimat geworden - vielleicht sogar inzwischen seine einzige.