Im neuen Mobile Game "BER Bausimulator" vom Satiremagazin "Postillon" müsst ihr den Berliner Flughafen BER bauen - und ihr scheitert ständig an irgendetwas. Das Ganze ist permanent frustrierend - und damit sehr lustig.

Seit 14 Jahren wird schon gebaut am BER, dem neuen Berliner Hauptstadt-Flughafen. Eigentlich sollte er schon vor neun Jahren eröffnet werden. Vielleicht ist es diesen Oktober so weit.

"Es ist das perfekte Gaga-Game für die Corona-Zeit."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Warum es bisher nicht so gut gelaufen ist mit dem Flughafen, lässt sich jetzt in einem kostenlosen Mobile Game genüsslich nachempfinden: Der Postillon und die Duisburger Spielefirma "Illusive Reflection" haben die Spiele-App "BER Bausimulator" rausgebracht.

Satirisch am Flughafen scheitern

Was auch immer beim Aufbau eines Hauptstadtflughafens schiefgehen kann - die Spieledesigner haben daran gedacht. Die Spielenden schlüpfen in die Rolle des Bauleiters. Und der ist quasi ununterbrochen mit Problemen konfrontiert:

  • eine teure Studie zum potenziellen Vogelflug über dem Gelände muss erstellt werden
  • die Wasserspender sind plötzlich ans Abwasser angeschlossen
  • die Kabelschächte drohen Feuer zu fangen
  • Probleme mit der Rollbahn
  • eine der beteiligten Firmen geht pleite

Bei der Problemlösung macht es besonders viel Spaß, möglichst viel Geld auszugeben und das größte anzunehmende Chaos anzurichten.

Traumjob: Bauleiter am BER

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte hat das Spiel zusammen mit ihrem Neffen gespielt. Sie haben es geschafft, den BER innerhalb kürzester Zeit in den Sand zu setzen - und zwar, indem sie zum Beispiel:

  • Die Firma Asbestos damit beauftragt haben, lustige Gepäckbänder ins Niemandsland zu bauen.
  • Millionen-Kredite bei der Mafia aufgenommen haben.
  • Immer wieder versprachen, die Eröffnungstermine einzuhalten und es dann doch nicht hinbekommen haben.

Vor allem haben sie sehr viel gewartet, denn beim BER-Simulator geht es nicht nur bürokratisch und absurd zu, sondern auch einfach sehr langsam.

Desaster zum Nacherleben

Ziel ist des Spiels ist angeblich, den BER zu eröffnen. Martina Schulte und ihr Neffe haben das aber nicht geschafft. In der Echtzeit-Simulation sind sie im Jahr 2014 angekommen, gebaut wurde da immer noch.

"Meistens haben wir die billigsten Subunternehmer beauftragt, manchmal aber auch gut bewertete Firmen: Die haben einzelne Bauabschnitte dann auch einigermaßen zügig fertig bekommen, sind dann aber pleite gegangen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Basisversion des Spiels ist kostenlos. Dafür müsst ihr euch dann aber auch mal den ein oder anderen Werbespot anschauen, um wieder Geld in die Kasse zu bekommen. Bisweilen nehmen diese Einblendungen etwas Überhand, sagt Martina.

In der Bezahlfassung gibt es In-App Käufe von 99 Cent bis zu 329,99 Euro. Für letzteres verspricht der Postillon als Gegenleistung bei erfolgreicher Eröffnung des Flughafens Nacktbilder von Scarlett Johannson und Ryan Gosling.