Durch extreme Wetterereignisse sind in Europa Schäden von bis zu 520 Milliarden Euro entstanden und Zehntausende Menschen gestorben. Das ist die Bilanz für die vergangenen vier Jahrzehnte.

Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat im Juli 2021 zuletzt gezeigt, welches Ausmaß Wetterextreme annehmen können. Jetzt hält ein neuer Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) in Zahlen fest, wie hoch der Schaden ist, der in den vergangenen 41 Jahren durch wetter- und klimabedingte Extremereignisse entstanden ist.

145.000 Todesfälle, eine halbe Billion Euro Schäden

Danach sind im Zeitraum von 1980 bis 2020 bis zu 145.000 Menschen ums Leben gekommen, die Höhe der Sachschäden liegt zwischen 450 und 520 Milliarden Euro.

Der Bericht der EEA bezieht sich auf die 27 Mitgliedsstaaten der EU und zusätzlich auch auf die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und die Türkei. Als Basis dienten der Europäischen Umweltagentur die Datenbanken des privaten Versicherungsunternehmens Munich Re und der Denkfabrik Risklayer.

Zu den wetter- und klimabedingten Extremereignissen zählen Stürme, Überschwemmungen, Waldbrände, Hitze- und Kältewellen als auch Starkregen und Dürren. Erdbeben und Vulkanausbrüche klammert der Bericht aus, weil sie getrennt von Wetter und Klima auftreten.

Größte Schäden durch Hitze und Überflutung

Überflutungen, sogenannte hydrologische Ereignisse, haben laut dem Bericht mit bis zu 44 Prozent den Großteil der wirtschaftlichen Schäden verursacht. Darauf folgen Stürme mit 34 Prozent. Mehr als 85 Prozent der Todesfälle sind hingegen auf Hitzewellen zurückzuführen. Alleine während der Hitzewelle im Sommer 2003 sind 45.000 bis 70.000 Menschen gestorben. Viele davon in Frankreich.

Die Europäische Umweltagentur zählt die meisten Sachschäden in Deutschland. Sie belaufen sich auf etwa 110 Milliarden Euro. Dahinter folgen Italien und Frankreich mit wirtschaftlichen Schäden von jeweils über 70 Milliarden Euro.

"Bei uns in Deutschland zählt die Umweltagentur in den 41 Jahren Schäden in Höhe von insgesamt etwa 110 Milliarden Euro."
Julian Kuper, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Laut der Europäischen Umweltagentur würden die hohen Schadenssummen nicht direkt für ein Versagen im Schutz vor Extremwetterlagen stehen, vielmehr müsse man bei den Wetterextremen einen großen Zufallseffekt berücksichtigen. Manche Länder seien anfälliger für Extremereignissen als andere, so die EEA.

Zwar zeigt sich in dem Bericht kein eindeutiger Trend hin zu steigenden Schadenszahlen in den untersuchten Ländern, schreibt die Europäische Umweltagentur. Viele Länder konnten aber durch Klimaschutzmaßnahmen schlimmere Folgen verhindern. In Zukunft rechnet die EEA besonders an den Küstenregionen mit höheren Schäden.

  • Moderatorin:  Diane Hielscher
  • Gesprächspartner:  Julian Kuper, Deutschlandfunk Nova