Ciarán Fahey zieht es in und um Berlin an verlassene Orte. Er fotografiert die einsamen Flecken und recherchiert ihre Geschichten. All das findet sich auf seinem Blog "Abandoned Berlin". Zu vielen dieser Orte ist der Zutritt eigentlich verboten. "Aber was nicht erlaubt ist, macht manchmal noch mehr Spaß", sagt Ciarán.

Ciarán Fahey ist Sportjournalist, Ire und lebt in Berlin. Und dort gibt es viele verlassene Orte: einsame Gebäude und Gelände. Ciarán sucht nach solchen Orten, um sie zu fotografieren und um ihre Geschichte zu erzählen. Er ist der Macher des Blogs "Abandoned Berlin" - also verlassenes Berlin.

Auf seinen Streifzügen entlang der einsamen Flecken schaut Ciarán hinter jedes Tor, jede Tür, jeden Baum und Strauch.

"Man weiß nie, was man finden wird."

Dabei entdeckt er bedeutende und auch kuriose Details: alte Akten, Fotos, hinterlassenes Spielzeug, Hinweise auf die Vorkriegsgeschichte mancher Orte. Er entdeckt auch viele unbequeme Geschichten, sagt Ciarán.

Berlin hat viele verlassene Orte

Auf seinem Blog dokumentiert er eine Bäckerei der SS, das Olympiadorf von 1936, in dem zuletzt russische Soldaten stationiert waren, bis sie nach der Wende abziehen mussten. Oder auch den alten Vergnügungspark an der Spree. Berlin ist voller Geschichte, sagt Ciarán. Sein Blog ist ein bebildertes Geschichtsbuch über Ost- und Westgeschichten in Berlin, über Kriegs- und Friedenszeiten, Nazis und Kommunisten sowie über ganz normale Menschen.

Vor einem Teich steht eine Nilpferd-Skulptur mit aufgerissenem Maul. Drumherum wächst Schilf.
Auch verlassen - das Freibad Wernersee.

Um die 40 Orte hat Ciarán auf seinem Blog dokumentiert. Mittlerweile bekommt er auch viele Tipps von Menschen, die seine Arbeit mögen. Und gerne würden ihn manche auf seinen Touren begleiten. Doch Ciarán zieht lieber allein los. Nur seinen kleinen Sohn nimmt er manchmal mit, aber nur an Orte, die ungefährlich sind.