Jahrelang war Berlin die Party-Hauptstadt Nummer Eins. Doch das Image bröckelt: Das Berghain gilt nicht mehr als der beste Club der Welt. Die Szene zieht weiter.

Das Kater Holzig, die Bar 25 oder der Magnet-Club: alle dicht. Traurig, traurig, könnte man meinen. Wo ist die Berliner Clubszene hingekommen? Aber irgendwie war es doch schon immer so: Clubs schließen, neue Clubs machen wieder auf.

Ist ein Club irgendwann so beliebt, dass er berühmt wird, kommt ganz schnell das Laufpublikum, das die Szene eigentlich nicht will. Das Angebot ist groß und man sucht sich eine neue Location. Und bald ist der Club nicht mehr in und muss schließen.

Mythos Clubsterben

Es gibt aber auch andere Gründe, weshalb Clubs nicht mehr öffen: Städtische Auflagen, Mieterhöhungen, Bauvorhaben, schlechte Kalkulation oder zu viel Konkurrenz etwa. In Berlin gab es bislang immer ein großes Angebot an Clubs. Trotzdem hält sich die Rede vom Clubsterben hartnäckig.

"Bei der Recherche, ob es in den letzten Jahren wirklich ein Clubsterben gab in Berlin, hab ich gemerkt: Es ist gar nicht so einfach, offizielle Erhebungen zu finden. Die Clubszene ist eine undurchsichtige."
Marc Mühlenbrock, DRadio-Wissen-Reporter

Tatsächlich gibt es laut offiziellen Tourismusportalen zurzeit in Berlin zwischen 160 und 190 Clubs, Diskotheken oder Bars, in denen auch getanzt wird. Und diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Die Qualität der Clubs aber, meinen viele, ist nicht mehr die gleiche. Das Berghain beispielsweise galt 2009 noch als bester Club der Welt - das britische DJ Mag sieht den Techno-Club heute nur noch auf Platz 13 weltweit.

Mehr zum Thema: