In der Regel interessieren sich Headhunter vor allem für erfolgreiche Uni-Absolventen. In Dortmund hatten zwölf Schüler der Emscherschule eine einmalige Chance: Über ein ganzes Schuljahr wurden sie von drei hochkarätigen Headhuntern gecoacht - und damit auf eine Zukunft vorbereitet.

"Wir wollten jungen Menschen von Hauptschulen eine Chance geben, einfach mal mit diesen sogenannten Kopfgeldjägern, diesen Headhuntern für Wirtschaftsmanager und –Führungskräfte, die wir ja sind, zu sprechen"
Achim Wellenberg, Headhunter einer Düsseldorfer Unternehmensberatung

Fantastisch und klasse: So empfanden Achim Wellenberg und seine Kollegen einer Düsseldorfer Unternehmensberatung den ersten Kontakt mit zwei neunten Klassen der Emscherschule im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck. Die hatten sich für ein ungewöhnliches Projekt beworben: Ein persönliches Coaching für die Schüler über ein ganzes Schuljahr, um ihnen Chancen und Möglichkeiten im späteren Berufsleben aufzuzeigen.

"Wir haben einige interessante, junge Menschen dort angetroffen. Diese jungen Menschen haben zu einem nicht unbeträchtliche Teil sehr gutes, sehr großes Potenzial, nur muss das mal ein bisschen gekitzelt werden"
Achim Wellenberg, Headhunter

Fragebogen für die Schüler und ein Vorgespräch mit der Schulleitung, um die Schüler besser kennenzulernen, dienten den Headhunter zur Vorbereitung auf die bis zu 120 Minuten langen Einzelgespräche. Neben dem Herausstellen der eigenen Interessen, Fähigkeiten und Talente, arbeiteten Wellenberg und seine Kollegen vor allem auch an der richtigen und selbstbewussten Körpersprache der Schüler, bei der sich viele oft viel zu schüchtern zeigten - nicht ohne Grund.

"Soviel Zurückhaltung. Soviel Nicht-Unterstützung. Soviel Nicht-Fokussierung auf das, was so ein junger Mensch überhaupt an Potenzial zu bieten hat, weil es leider dann doch immer um Probleme im schulischen wie im privaten Leben geht“
Achim Wellenberg, Headhunter

Auch wenn die Gespräche oftmals die Probleme und schwierigen sozialen Verhältnisse der Schüler offenbarten, für Achim Wellenberg war das Jahr eine besondere Zeit, die ihm viel Spaß gemacht hat und in dem sich auch seine Schüler positiv entwickelten.