Wer sich verliebt und eine Beziehung beginnt, dem ist es meist wichtig, dass der Partner gut mit dem Haustier klarkommt - ansonsten kann es Probleme in der Beziehung geben. 

Ob wir in einer Beziehung wegen unseres Haustieres Stress mit dem Partner kriegen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, sagt der Paartherapeut Markus Peter. Gängige Haustiere sind Hunde oder Katzen. Manchmal hat der neue Partner aber auch ein exotischeres Tier - Reptilien, Nager oder ein Pferd zum Beispiel.

Wie sehr unserer neuer Partner in Konkurrenz mit dem Haustier gerät, hängt auch davon ab, was für ein Tier es ist, wie viel Zeit die Pflege beansprucht und, ob es zuhause oder - wie im Falle eines Pferdes - beispielsweise auf einer Koppel steht. 

Gründe: Zeitaufwand und Zuneigung

Natürlich spielt es auch eine Rolle, wie Herrchen oder Frauchen an ihrem tierischen Begleiter hängt und wie viel Gefühle an das Tier gebunden sind. Wer viel Emotionen oder Zeit oder beides ins sein Haustier investiert, muss möglicherweise mit der Eifersucht des Partners rechnen. 

"Es ist bekannt, dass sich Katzen und Hunde zum Beispiel sehr ungern ihre Privilegien nehmen lassen."
Markus Ernst, Psychologe und Paartherapeut

Das Haustier soll gewisse Rechte aufgeben

Katzen und Hunde geben Gewohnheiten - wie beispielsweise auf dem Bett schlafen zu dürfen - nur ungerne auf. Wenn das dann dem neuen Partner nicht passt, gibt es unter Umständen ein Problem.

Paartherapeut Markus Ernst empfiehlt klare Absprachen zu treffen und dem Tier mit viel Feingefühl zu vermitteln, was es nicht mehr darf.

"Es gibt auch die Situationen, in denen Menschen das, was sie vermissen, in einer Beziehung über das Tier ausleben. Also: Ich kuschel mit der Katze - eigentlich wünsche ich mir das von dir -, aber bei uns beiden klappt das ja nicht."
Markus Ernst, Psychologe und Paartherapeut

Der Partner ist auf das Tier eifersüchtig

Der Klassiker für Eifersucht ist, dass der Partner mit dem Haustier auf dem Sofa kuschelt - dann kann es passieren, dass sich der Partner vernachlässigt fühlt.

In diesem Fall schlägt der Psychologe Markus Ernst vor, über das Problem zu reden und den Ursachen auf den Grund zu gehen. Sich zu fragen, was stimmt in der Beziehung nicht, ist eine der Möglichkeiten, die er empfiehlt. Sonst gibt es Konflikte und der Partner kann eifersüchtig auf das Tier werden, sagt er. Wenn es uns nicht gelingt, solche Probleme selbst zu lösen, können wir uns auch jemand Drittes suchen, der von außen auf die Situation schaut und die Dinge vielleicht etwas sortiert, rät der Paartherapeut. 

Wenn jemand lieber mehr Zeit mit dem Haustier verbringt, als mit dem Partner, dann kann das daran liegen, dass er oder sie vielleicht lange Single war oder es ihm oder ihr grundsätzlich schwerfällt, Nähe mit einem anderen Menschen zuzulassen. 

In diesem Fall ist es auch wichtig, gemeinsam auf die Ursachen zu schauen und zu versuchen, eine Lösung zu finden. Das hilft auch, klare Absprache zu treffen, die für beide Partner in Ordnung sind. Das gelingt zwar nicht immer, aber oft, sagt Markus Ernst. 

Für manche Paare dienen Tiere auch als Kinderersatz - das funktioniert und kann bereichernd sein, wenn beide Partner ähnliche starke Gefühle für das Tier empfinden.