Im Bienenstock sind die Aufgaben streng geregelt. Es gibt einen Innen- und Außendienst. Die jeweilige Berufsgruppe entscheidet auch über den Schlafplatz. Und nicht nur das: auch darüber wie die Biene schläft.

Junge Bienen arbeiten im Inneren des Bienenstocks. Sie übernehmen das Reinigen der Waben oder Füttern der Brut. Deshalb schlafen sie auch im Inneren des Bienenstocks. Das zeigt die Arbeit von Wissenschaftlern der Universität Würzburg um Jürgen Tautz. Ihre Ergebnisse zum Schlafverhalten von Honigbienen haben sie im Fachmagazin Plos One veröffentlicht.

Ruhige Einzelzellen für die Jungen

Weil im Inneren des Stocks meist viel los ist, suchen sich die jungen Bienen zum Schlafen eine leer stehende Zelle, um ungestört schlummern zu können.

Werden Bienen älter, wechseln sie auch ihren Job innerhalb des Hofstaates. Sie kommen in den "Außendienst" und sammeln Nahrung. Diese Bienen schlafen fortan im Außenbereich des Stocks - die schöne Einzelzelle ist damit passé.

"Die Forscher haben insgesamt das Verhalten von 100 Arbeiterbienen untersucht - in verschiedenen Phasen ihres kurzen Lebens."
Hanna Immich

Aber auch die Art, wie die Bienen schlafen, variiert. Junge Bienen schlafen noch sehr viel - auch tagsüber immer mal wieder. Erst die älteren Bienen entwickeln einen geregelten Tag-Nacht-Schlafrhythmus. Der Grund dafür könnte sein, dass sich die Sammlerinnen außerhalb des Stocks mehr Informationen merken müssen. Sie brauchen viel mehr Orientierungsvermögen als die jungen "Indoor"-Bienen. Der durchgehende Schlaf könnte helfen, Wissen im Gedächtnis besser festzuschreiben.

Die Wissenschaftler haben auch eine bisher unbekannte Schlafhaltung bei den Honigbienen entdeckt: Die Tiere klemmen sich mit dem Kopf und dem Ende des Pos zwischen zwei Waben ein und lassen dann Beinchen und Fühler entspannt baumeln. Quasi wie in einer Art Hängematte. Klingt ganz gemütlich, und die Bienen können so bis zu 30 Minuten ohne jede Bewegung bleiben.

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