Für das Geschmackserlebnis beim Biertrinken sind die Kohlendioxid-Bläschen wichtig: Je mehr Bläschen, desto frischer schmeckt es uns. Außerdem sorgen sie für eine schöne Schaumkrone.

Die meisten kennen es: Ein schales Bier schmeckt nicht gut. Denn die kleinen CO2-Bläschen im beliebten Brauereierzeugnis sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass es uns gut schmeckt – und dass es eine schöne Krone ausbildet, die auch für das Geschmackserlebnis steht.

Eine Forscherin und ein Wissenschaftler aus Frankreich haben untersucht, wie viele CO2-Bläschen sich in einem Glas Bier befinden müssen, damit es lecker schmeckt.

"Man weiß noch nicht so genau, wie viele Bläschen in so einem Glas Bier sind. Darum haben sie das untersucht – und zwar an einem kühlen Halbliter-Glas Lager."
Anne Tepper, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die CO2-Bläschen entstehen bei der alkoholischen Gärung. In der Regel werden Wasser, Getreide, Hefe und Hopfen gemischt und mit der Zeit entsteht dabei neben dem Alkohol auch Kohlendioxid. Das ist im Wasser gelöst, sammelt sich und bildet dann Bläschen, die zur Oberfläche aufsteigen.

Champagner-Forschung

Das ist nicht nur bei einem spritzigen Bier so, sondern beispielsweise auch bei Champagner – ein teures Produkt, dessen Geschmack stimmen muss, damit es sich gut verkauft. Deswegen ist Champagner auch relativ gut erforscht.

CO2 dockt an Rezeptoren an

Daher ist aus der langjährigen Sprudel-Forschung auch bekannt, dass die Bläschen an bestimmte Nerven- und Geschmacksrezeptoren andocken und so den Geschmack beeinflussen.

Weil also der Geschmack vom CO2 abhängt, haben die zwei Forschende untersucht, wie viele Bläschen in einem Glas vorhanden sein müssen, damit das Bier schmeckt. Also: Bläschen zählen.

Das ist den Forschenden annäherungsweise mit einer bestimmten Formel gelungen, für die sie den Gasgehalt in Wasser genommen und ein bisschen abgewandelt haben. Das Ergebnis: Die Zahl variiert zwischen mindestens 200.000 bis zu zwei Millionen Bläschen, die sich in einem Halbliter-Glas gekühltem Lager-Bier befinden.

"Wie viele CO2-Bläschen in einem Glas Bier sind, das hängt auch vom Glas selbst ab."
Anne Tepper, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wie viele Bläschen enthalten sind, hängt auch von der Beschaffentheit des Glases ab. Ist die Glasinnenseite rau, sammeln sich mehr CO2-Moleküle in Mikrorissen und Vertiefungen von mindestens 1,4 Mikrometern, um zu Bläschen zu verschmelzen. Wäre das Glas vollkommen glatt, könnten laut den Forschenden gar keine Bläschen entstehen.

Je höher das Glas, desto mehr Sprudel

Auch die Höhe des Glases spielt eine Rolle: Je höher, desto länger ist der Weg für die Bläschen bis an die Oberfläche. Je länger der Weg, desto mehr Bläschen treffen unterwegs aufeinander und schließen sich zusammen. Dadurch werden sie größer. Wenn sie an der Oberfläche ankommen, haben sie im Schnitt einen Durchmesser von einem halben Millimeter. So entsteht die schöne Schaumkrone. Prost!