Viele Touris trinken in Belgien nicht nur gerne Bier - sie klauen zudem noch die passenden Biergläser als Souvenir. Barbesitzer denken sich Tricks aus, um dagegen vorzugehen. 

Wer in Belgien ein Bier trinken geht, kann einen kalten Fuß bekommen. Weil die Touris nicht nur gerne das Nationalgetränk der Belgier in seinen verschiedenen Geschmacksrichtungen trinken, sondern auch das Glas klauen, nehmen viele Wirte ein Pfand. 

Der Gast muss einen seiner Schuhe ausziehen und ihn in einen Korb legen. Der Korb wird dann an einer Schnur bis hoch zur Decke gezogen. Erst dann bekommt der Barbesucher ein Glas belgisches Bier. Dieses Ritual hat sich über die Jahre bewährt, ist zu so einer Art Markenzeichen der Kneipe geworden. 

Der dritte Schuh

Inzwischen sind manche Gäste aber schon so dreist, dass sie einfach einen dritten Schuh dabei haben. Den lassen sie einfach in der Kneipe und klauen auch noch das Bierglas, aus dem sie getrunken haben. 

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"Es gibt immer Probleme mit den Gläsern. Das sind einfach schöne Gläser: von Paix Dieu, Karmelit oder Bush. Da müssen wir sehr gut darauf aufpassen. Sonst werden sie geklaut."
Alex Devriendt, Besitzer einer Kneipe in Gent

Der Klau von Biergläsern ist nicht nur ärgerlich für die Wirte, sondern auch teuer. Zum Beispiel kommt Max Beer, ein geschmacklich eher unauffälliges belgisches Bier, in umso auffälligeren Gläsern: Sie sind etwa einen halben Meter hoch. Ab der Mitte sind sie etwas schmaler geformt - ähnlich wie eine Sanduhr. Deshalb brauchen sie eine eigene Holzstütze, weil sie sonst beim Abstellen umfallen würden.

Die Gläser werden eigens für das Dulle Griet, die Kneipe von Gastwirt Alex Devriendt, hergestellt - und kosten etwa fünfzig Euro pro Stück.

Gastwirt Alex Devriendt, Besitzer der Bar Dulle Griet in Gent.
© Pia Rauschenberger | Deutschlandfunk Nova
Gastwirt Alex Devriedt, Besitzer der Bar Dulle Griet in Gent.

In der Beerwall-Bar in Brügge sind inzwischen alle Gläser mit einer elektronischen Sicherung ausgestattet. An jedem Glas wurde mit einem Kabelbinder ein kleiner Pieper befestigt. Der Barbesitzer Philip Maes erzählt unserer Reporterin Pia Rauschenberger, dass vorher im Schnitt zehn Gläser pro Tag geklaut wurden. Seitdem er das neue System eingeführt hat, sind es jetzt noch zwei bis drei täglich.

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