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Blaues Licht hindert uns am Einschlafen und kann die Augen schädigen, so die weit verbreitete Meinung. Augenärzte kommen nun aber zu einem anderen Schluss. Auf Nachtmodus und Blaulichtfilter können wir demnach verzichten, sie bringen nichts.

Wer "blaues Licht" und "einschlafen" googelt, der findet unzählige Websites, auf denen dieser Zusammenhang erklärt wird. Grundalge ist sie These: Blaues Licht ist energiereicher als rotes, es entspricht auch mehr dem Tageslicht, deshalb verhindert es die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und in der Folge können wir schlechter einschlafen.

Der Nachtmodus bringt nichts

Viele Smartphones und Laptops haben deswegen einen sogenannten Nachtmodus. Da färbt sich die Displayfarbe dann eher ins Rötliche, der Blau-Anteil wird reduziert. Für Handys, die diese Funktion nicht haben, gibt es Apps, sogenannte Blaulichtfilter. Manche haben mehr als zehn Millionen Downloads im Android-App-Store.

Eine US-amerikanische Studie zu diesem Thema kommt zu dem Schluss: Abends im Bett ist es eher unwahrscheinlich, dass ausgerechnet die Lichtfarbe darüber entscheidet, ob wir schlechter oder besser einschlafen.

"Ich persönlich bin jeden Abend vor dem Einschlafen noch am Handy – ohne Blaulichtfilter. Und ich schlafe quasi darüber ein, sodass mir manchmal das Handy aus der Hand aufs Gesicht fällt. Okay, dann bin ich erstmal wieder wach."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Auf Nachtmodus und Blaulichtfilter können wir also verzichten, denn die bringen nichts, sagt auch der Sehforscher Michael Bach, Professor an der Uniklinik Freiburg und Experte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), die die Ansicht vertritt, LED-Displays sind keine Gefahr für den Schlaf.

Keine Schädigung der Netzhaut durch blaues Licht

Es kursiert zudem nur die Meinung, dass blaues Licht am Einschlafen hindere, sondern es heißt auch, dass zu viel Blaulicht vom Handy und von PC-Bildschirmen oder Notebooks die Netzhaut schädigen könne. "Dafür gibt es sogar den Begriff der Blaulichtgefährdung", sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler, "Die meint eigentlich was anderes, aber sie wird eben auch immer wieder mit dem Licht von Bildschirmen in Verbindung gebracht."

Es gibt sogar extra Produkte, die man kaufen kann - zum Beispiel spezielle Kontaktlinsen und Brillen mit Blaulichtfilter, die davor schützen sollen. Hier sagt die Fachgesellschaft für Augenheilkunde DOG: Solche Produkte sind überflüssig, es gibt keine Augenschäden durch Alltagsanwendungen wie Handy, Monitor oder Fernsehen, dazu sei die Beleuchtungsstärke viel zu gering.