Eurowings bietet Langstreckenflüge zu Billigtarifen. Noch geht die Strategie nicht auf: Auf Langstreckenflügen gibt es außerordentlich viele Verspätungen.

Petra ist mit Eurowings nach Kuba geflogen. Für umme. Sie hat am Ende unterm Strich tatsächlich gar nichts bezahlt, zumindest kein Geld. Stattdessen hing sie 65 Stunden fest - so viel hatte ihr eigentlicher Flieger Verspätung. Der hat zwar 600 Euro gekostet, genau so viel an Entschädigung hat sie dank EU-Recht aber auch bekommen.

"Billig geht eben doch nicht."
Ein Lufthansa-Pilot gegenüber DRadio Wissen

Zuerst teilte Eurowings mit, dass der Flug sich um 22 Stunden verspätet. Dann gab es technische Probleme, und das Flugzeug musste ausgetauscht werden. Das aber war kleiner als das geplante, sodass Petra wieder nicht mitfliegen konnte. Insgesamt ergab sich also eine Verspätung von knapp drei Tagen.

Das Online-Portal Fairplane hat analysiert: 31 von 126 Eurowings-Langstreckenflügen waren in den vergangenen Wochen im Schnitt 5,8 Stunden verspätet. Branchen-Experten werten das als "außergewöhnlich viel". Ein Grund dafür könnte sein, dass Eurowings bisher nur zwei eigene Langstreckenflugzeuge im Einsatz hat. Die restlichen Strecken werden mit Flugzeugen anderer Airlines beflogen, die teilweise sehr unbekannt sind.

Lufthansa-Piloten sind zu teuer

Für die Lufthansa-Piloten dürfte die Verspätungswelle Wasser auf die Mühlen sein. Lufthansa hat Eurowings nämlich auch mit dem Argument eingeführt, dass manche Strecken zu teuer sind, was unter anderem an den hohen Gehältern der Lufthansa-Piloten liegt. Die Kollegen von Eurowings verdienen 40 Prozent weniger. Ein Lufthansa-Pilot sagte gegenüber DRadio Wissen dementsprechend: "Eurowings hat einen Fehlstart hingelegt. Billig geht eben doch nicht." Petra, die nach Kuba fliegen wollte, weiß jetzt, was das konkret bedeutet.