41 Prozent des Palmöls, das nach Deutschland kommt, landet im Kraftstoffbereich. Zertifiziert zwar, unproblematisch sei sein Einsatz nicht, sagt der WWF.

Palmöl ist ökologisch schwierig. Es gibt jedoch kaum Alternativen, hat nun der WWF gemeldet. Kein Palmöl ist auch keine Lösung - das gilt für die meisten Produkte in der Lebensmittelproduktion oder bei der Herstellung von Beauty-Produkten. Denn die Ersatzstoffe wie Kokosöl könnten sogar noch mehr zur Vernichtung des gefährdeten Regenwalds beitragen. Und auch die Probleme und Ausbeutung bei deren Anbau sind ähnlich.

Das ist aber längst nicht alles, wo sich Palmöl wiederfindet. Er steckt auch im Bio-Diesel, ohne dass wir es merken. Und das in Deutschland nicht zu knapp, sagt Ilka Petersen vom WWF. 41 Prozent des Palmöl, das nach Deutschland kommt, wird zu Biokraftstoffen.

Palmöl ist günstiger als heimisch produzierte Rohstoffe für Bio-Kraftstoffe

"Es gibt eine Beimischungsquote", erklärt Ilka Petersen, "ein bestimmter Prozentsatz biologischer Kraftstoffe wird dem konventionellen Kraftstoff zugemischt." Bis zu sieben Prozent sind das aktuell. Mit steigender Tendenz. Von 2010 bis 2014 hat sich der Palmöl-Anteil versechsfacht, zeigt eine Studie des europäischen Pflanzenölverbandes Fediol. Denn in der Regel ist es viel günstiger als heimisch produzierte Rohstoffe für Bio-Kraftstoffe.

Zertifiziert, aber schwierig

Es gibt jedoch für die Nutzung als Biokraftstoff einen Vorteil gegenüber anderen Palmöl-Einsatzbereichen: Es muss zertifiziert sein. Das heißt, das Öl darf nicht aus Regenwald- oder anderen wertvollen Flächen gewonnen werden.

Etwa 17 Prozent aller Plantagen weltweit sind zertifiziert, die größte Menge kommt weiterhin von Produzenten mit unklaren Produktionsbedingungen.

Das klingt erst einmal, als ob Bio-Diesel unproblematisch sei. Ilka Petersen vom WWF sieht aber auch hier eine Gefahr: "Es gibt Verdrängungseffekte" sagt sie. Neben den 'guten' Plantagen gebe es ja noch die anderen. "Die gehen dann eben woanders hin." Der Kampf um die Anbauflächen bleibe also, er würde nur anders verteilt. Insofern steht der WWF Biokraftstoffen, die aus Anbaupflanzen gewonnen werden, generell kritisch gegenüber.

Eine Lösungsempfehlung des WWF ist ganz pragmatisch: weniger Auto fahren. Oder auf Elektroauto umsteigen.