Ihr kauft Bio-Obst und -Gemüse - und dann ist das in Plastik verpackt. Das passiert oft, um die Aufkleber anzubringen, auf denen Beschreibung und Herkunftsland aufgedruckt sind. Eine Art Licht-Tattoo könnte das ändern.

Das Licht-Label wird direkt auf die natürliche Verpackung aufgetragen - also auf die Schale von Obst und Gemüse. Dafür werden mit einem gebündelten Lichtstrahl die Pigmente in der äußersten Schicht der Schale entfernt. So kann das Bio-Siegel oder auch das Herkunftsland auf das Lebensmittel aufgeschrieben werden. Einfach alles, was sonst auf einer Verpackung draufsteht.

Das natürliche Labeling ändert nichts am Geschmack oder der Haltbarkeit von Obst und Gemüse.

Den Anfang mit dem Licht-Etikett macht die schwedische Supermarktkette ICA. Gemeinsam mit dem internationalen Unternehmen "Nature and More" haben sie das natürliche Labeling entwickelt. Laut Utopia.de hat ICA im Jahr 2015 zum Beispiel über 725.00 Packungen mit Bio-Avocados verkauft. Um die einzupacken, wurden mehr als zwei Tonnen dünne Plastikfolie benutzt.

Davon dass solch ein Label auch in Deutschland funktioniert, ist Peter Röhrig, Chef des Bundes der ökologischen Landwirtschaft, überzeugt. Besonders bei Lebensmitteln, die über eine richtige Schale verfügen, die nicht mitgegessen wird, würde ein Licht-Tattoo akzeptiert.

Marlis Schaum mit einem Apfel auf dem Kopf, auf dem "DRadio Wissen" steht
© Nicole Meyer für DRadio Wissen
Die Licht-Tattoo-Technik kann natürlich nicht nur für Informationen wie Herkunftsland und Gewicht, sondern auch für super-coole andere Schriftzüge verwendet werden.

Das Licht-Label funktioniert bei Obst und Gemüse unterschiedlich gut. Gerade Avocados und auch Süßkartoffeln eignen sich, bei Heidelbeeren oder Rosenkohl wird das schon schwieriger.

Dennoch lässt sich viel Plastik einsparen, auch wenn nicht alle Lebensmittel jetzt direkt aus dem Plastik befreit werden. Auch die deutsche Bio-Branche sucht schon länger nach Alternativen zur Plastikverpackung.

"Es ist gar nicht so einfach, eine gute Verpackung zu kreieren, die sowohl den haptischen Ansprüchen des Konsumenten als auch dem notwendigen Schutz des Produktes gerecht werden - und dem ökologischen Fußabdruck, den man ja möglichst vermeiden will."

Im kleinen Bio-Laden gibt es das Obst und Gemüse meist ohne Plastikverpackung. Das gilt aber nicht für die größeren Supermärkte. Da wird oft gerade das Bio-Obst und -Gemüse in Plastik gehüllt, auch um es von den konventionellen Produkten zu unterscheiden.