Lippen, Zunge, Speichel. Mehr braucht es nicht für einen Kuss. Rund 80 Millionen Bakterien werden bei einem Zehn-Sekunden-Kuss ausgetauscht.

Küssen ist zutiefst menschlich. Klar, auch Schimpansen oder Bonobos legen hin und wieder die Lippen aufeinander. Aber nur sehr selten. Und niemals schieben sie sich gegenseitig die Zunge in den Rachen. Das machen nur Menschen.

Ein erster Schritt zum Sex

Warum? "Es hat was mit sexueller Erregung zu tun", erklärt DRadio-Wissen-Reporter Sebastian Sonntag. Ach. So sieht das auch die Sexualwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld. Allerdings ist die Motivation bei Männern und Frauen recht unterschiedlich:

"Archaisch gesehen, prüft die Frau beim Küssen: Steht er noch zu mir? Ist er noch bei mir? Im Mann ist es biologisch angelegt, dass er seinen Samen so weit wie möglich streut. Hauptsache, er kriegt den Bogen dahin."
Sexualwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld

Tja - das ist die archaische Sicht auf den Kuss. Noch mehr Facts: Die Bakterien, von Leuten, die sich oft küssen, gleichen sich an. Beim Küssen werden Mikroorganismen ausgetauscht, die bei der Verdauung helfen. Gefährlich sind diese Bakterien eher nicht, erklärt Sebastian Sonntag. Küssende machen also eine Art "Kuss-Impfung".

"Bei einem zehnsekündigen Kuss werden bis zu 80 Millionen Bakterien ausgetauscht."
Sebastian Sonntag, DRadio-Wissen-Reporter

Der Flirtcoach Horst Wenzel findet, dass Küssen eine Art Kommunikation ist. Und dass für einen Kuss immer erst der richtige Moment gefunden werden muss - daher sollte man die Körpersprache des anderen genau beobachten. Oder auch die Hand der anderen Person ergreifen. Was gar nicht geht, ist zu fragen. "Darf ich Dich küssen?", ist die Frage, die so gut wie jeden Kuss verhindert.