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Die Zentralbank der Volksrepublik China hat es untersagt, Handel mit Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. zu betreiben. Begründung: Betrügerische Absichten und zu hoher Stromverbrauch. Die Kurse der Kryptowährungen gaben deutlich nach.

China hat praktisch alle Aktivitäten in Sachen Kryptowährung verboten. Das ist vor allem deshalb so besonders, weil China lange Zeit das Bitcoin-Mining-Land Nummer eins war. In China liefen ganze Kohlekraftwerke, um die Serverfarmen mit Strom zu versorgen, die die Bitcoins errechnet haben, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler. Unser Bild oben zeigt eine solche Serverfarm.
"Bitcoins und China, das war eine Symbiose, und damit ist jetzt Schluss."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Zur Erklärung des Verbots nennt die Volksrepublik folgende Argumente – erstens: Es würden immens hohe Energiemengen benötigt. Vielleicht werde der Strom an anderer Stelle dringender gebraucht, vermutet unser Netzreporter. Und vielleicht habe das tatsächlich auch mit dem Klimaschutz zu tun, den China durch das Verbot ja indirekt auch betreibt.

Der zweite Punkt: Kryptowährungen würde zu häufig in betrügerischer Absicht verwendet, zum Beispiel für Geldwäsche. Durch das Verbot würde die "wirtschaftliche, finanzielle und soziale Ordnung“ geschützt, so die chinesische Zentralbank. Schon vor dem Komplettverbot war China gegen die Mining-Farmen zu Felde gezogen.

China plant Digitalwährung

Ein weiterer Grund könnte sein, dass China eine eigene digitale Währung an den Start gebracht hat – den „e-Yuan“. Das Verbot könnte ein Versuch sein, die Konkurrenz der Kryptowährungen zu schwächen. Das Ganze sei aber nur schwer vergleichbar, erklärt unser Netzreporter. Denn die neue offizielle Digitalwährung sei zwar rein digital, habe mit einer Kryptowährung im klassischen Sinn aber nicht viel zu tun. Der e-Yuan werde von der Zentralbank ausgegeben und gesteuert, außerdem erhalte die Verwaltung Einblicke in die Finanzdaten der Kundinnen und Kunden. Bei Kryptowährungen ist das nicht so.

Die Schürfer ziehen um

Menschen, die Interesse am Klimaschutz haben, dürfte das chinesische Verbot und die damit einhergehende Nachricht, dass jetzt weniger Kohlekraftwerke laufen, um Bitcoins zu schürfen, erst Mal gut ankommen.

"Bitcoin-Schürfer sind sehr mobil, sie verladen ihr Equipment auf Schiffscontainer und bringen es dorthin, wo der Strom gerade billig ist."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Schürferinnen und Schürfer nun einfach an anderen Orten ökologisch bedenklichen Strom anzapfen. Bitcoin-Schürfer sind äußerst mobil, sie verladen ihr Equipment auf Schiffscontainer und bringen es dorthin, wo der Strom gerade billig ist, erklärt unser Netzreporter. Die Verlagerungen werden bereits seit Längerem beobachtet – unter anderem Kasachstan ist ein neuer Schürf-Hotspot. Und auch dort kommt der Strom überwiegend aus Steinkohle-Kraftwerken.

In Deutschland haben aktuell immerhin sechs Prozent der 18- bis 64-Jährigen in Kryptowährungen investiert. Umfragen zeigen, dass weltweit die Verbreitung von Kryptowährungen unter der jüngeren Bevölkerung deutlich höher ist.

Ein Hoch und Runter der Kurse

Der Kursverfall, den das chinesische Verbot nach sich zieht, ist für die Anleger aber keine Seltenheit – solange es bei einem vorübergehenden kleinen Absturz bleibt. Trotzdem ist der Schritt Chinas eine Schwächung, sagt Konstantin Köhler. Denn neben den USA gehöre die Volksrepublik zu den wichtigsten Digitalmärkten der Welt. Dort als Kryptowährung nicht vertreten zu sein, sei ein Problem.