Auch 2019 gab es wohl wieder mehr Drogenkriminalität. Sicher ist: An illegalen Drogen sind mehr Menschen gestorben und Kokain wird beliebter.

Mehr Drogentote und mehr Drogenkriminalität – das zeigt der Drogenbericht des Bundeskriminalamts für 2019. In dem offiziell "Bundeslagebild Rauschgift" genanten Bericht geht es ausschließlich um illegale Rauschmittel. Demnach sind 2019 insgesamt knapp 360.0000 Drogendelikte registriert worden. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist die Zahl der Straftaten durch Drogenhandel und Drogenkonsum das neunte Jahr in Folge angestiegen.

Knapp 1400 Tote durch Drogenkonsum

Ob diese statistische Entwicklung auch auf intensivere Kontrollen zurückzuführen ist, lasse sich nicht abschließend klären, erklärt unsere Korrespondentin Gudula Geuther. Sicherlich angestiegen ist aber die Zahl der Drogentoten: 2019 waren es mit 1398 Rauschgift-Todesfällen 122 mehr als noch 2018, das ist ein Anstieg von 9,6 Prozent. Das lässt keinen Spielraum für Deutungen, so unsere Korrespondentin. Hauptursache sind nach wie vor Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin sowie die Kombination mit anderen Substanzen.

"Es gibt eine objektive Zahl. Die Zahl der Drogentoten hat deutlich zugenommen auf 1398. Das sind 122 mehr als im Vorjahr."
Gudula Geuther, Dlf-Hauptstadtstudio

Ein Problem sind sogenannte psychoaktive Stoffe – zum Beispiel synthetischen Cannabinoide – und vor allem: Kokain. Der mit Abstand größte Anstieg wurde bei Kokaindelikten registriert. Die Zahl der erfassten Straftaten stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwölf Prozent auf gut 20.100 Fälle.

"Vor allem hat sich auch die Nachfrage geändert. Kokain ist keine Elitedroge mehr."
Gudula Geuther, Dlf-Hauptstadtstudio

Cannabis bleibt das am meisten gehandelte Betäubungsmittel in Deutschland. Auch beim Drogenkonsum betreffen zwei Drittel der erfassten Straftaten Cannabis.

Weniger Delikte mit Crystal Meth

Nicht nur Cannabisdelikte, auch Straftaten im Zusammenhang mit Heroin, Amphetamin und Ecstasy nahmen zu. Dagegen wurde bei Crystal Meth ein Rückgang der Delikte um fast vier Prozent registriert.

"Bei Crystal Meth ist der der Rückgang geringer als der Anstieg bei Kokain. Das ist sozusagen die einzige gute Nachricht in dem ganzen Bericht."
Gudula Geuther, Dlf-Hauptstadtstudio

Hinweis: Wenn ihr unter einer Form der Drogensucht leidet und Hilfe sucht, könnt ihr euch rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden: 0800-1110111 und 0800-1110222. Die Gespräche werden anonym geführt und vertraulich behandelt. Wenn ihr lieber eine Mail schreiben oder chatten möchtet, könnt ihr das hier tun.