Was ist eigentlich Liebe? Jeder von uns hat sich diese Frage vermutlich schon einmal gestellt. Auch die Denkerinnen und Denker verschiedener Epochen haben sich an der Liebe abgearbeitet. Der Orgasmus hingegen ist von Philosophinnen und Philosophen nicht so häufig thematisiert worden. Warum eigentlich? In "Eine Stunde Liebe" gehen wir dem nach.

Die Liebe wirft seit jeher viele Fragen auf. Je länger man darüber nachdenkt, desto weniger wird sie greifbar, oft schon wurde sie zum Mysterium verklärt, und die meisten von uns dürften ziemlich fasziniert sein von der Liebe.

Was sagt Sokrates zur Liebe?

Philosophin Nora Kreft hat zusammengetragen, welche Antworten die großen Denkerinnen und Denker verschiedener Epochen dazu haben. In ihrem Buch "Was ist Liebe, Sokrates?" kommen unter anderem Sokrates selbst, Sigmund Freud oder Simone de Beauvoir zu Wort.

"Sokrates meinte, dass wir uns in Menschen verlieben, wenn sie uns an die ewigen Ideen erinnern, die in uns schlummern und die wir vergessen haben."
Nora Kreft, Autorin von "Was ist Liebe, Sokrates?"

In Nora Krefts Buch treffen sich acht große Philosophen und Philosophinnen zu einer fiktiven Dinnerparty. "Die Philosophen helfen uns einfach dabei, die Fragen, die wir schon alle haben, selbst weiter zu denken", sagt Nora Kreft.

"Simone de Beauvoir glaubt, dass das Patriarchat die Autonomie von Frauen einschränkt, weil sie sich nicht als Subjekte ausleben können."
Nora Kreft, Philosophin

Die Philosophie hat sich zu wenig mit dem Orgasmus beschäftigt

In unserer Sendung geht es auch um das Buch "Philosophie des Orgasmus" von Claus-Steffen Mahnkopf. Er schreibt: "Der Orgasmus bedeutet reine Positivität. Er ist das uneingeschränkte Ja." Und liefert damit schon eine Erklärung für seine zentrale Fragestellung, warum sich die Philosophie so wenig mit dem Orgasmus als Phänomen beschäftigt hat. Vielleicht, weil der Orgasmus nichts mit Negativität, Dekonstruktion und Zweifel zu tun hat?

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Nele Posthausen hat das Buch gelesen und kritisiert, dass es überwiegend die männliche Sicht der Dinge wiedergibt. Auch Claus-Steffen Mahnkopf sagt, dass es Philosophinnen geben müsste, die über die "rein weibliche" Sicht schreiben.

"Das Buch 'Philosophie des Orgasmus' ist sehr poetisch, humorvoll geschrieben und streift fast alle Disziplinen. Es geht los mit viel Biologie, Evolutionstheorie und Geschlechtertheorie."
Nele Posthausen, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Außerdem in "Eine Stunde Liebe":

Eine neue Folge im "Liebestagebuch": Klara ist 23 Jahre alt und hat ein ziemlich aufregendes Single-Liebesleben. Sie war auf einer Porno-Motto-Party und erzählt uns von ihren Eindrücken, und was sie erlebt hat.