Eine Blei-Recycling-Fabrik macht den Sohn von Phyllis Omido schwer krank, genauso viele andere Dorfbewohner. Phyllis Omido wird darauf hin zur Umweltaktivistin und erwirkt, dass das Werk geschlossen wird. Inzwischen prozessiert sie sogar gegen die Regierung.

Phyllis Omido ist glücklich, als sie vor zehn Jahren einen Job im Büro einer Metallfabrik in der Nähe der kenianischen Stadt Mombasa bekommt. Denn die alleinerziehende Mutter darf ihren dreijährigen Sohn King gelegentlich mit zur Arbeit mitnehmen. Kurze Zeit später wird King allerdings schwer krank: er hustet, hat Fieber und Hautausschläge.

"Viele Länder haben Afrika als ihre Müllhalde benutzt, aber das funktioniert nicht: Wenn es um die Umwelt geht, da müssen wir zusammenhalten. Egal, ob es uns gefällt - wir teilen uns diesen Planeten."
Phyllis Omido, kenianische Umweltaktivistin

Phyllis lässt das Blut ihres Sohnes testen. Die Bleiwerte sind 37-mal höher als der Normalwert. In der Fabrik, in der Phyllis arbeitet, wird das Blei aus alten Autobatterien eingeschmolzen, aufgefangen und als Recyclingprodukt wieder ins Ausland verschifft.

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Viele Ortsbewohner sind krank, wollen aber ihren Job nicht verlieren

Nachdem ihr Sohn erkrankt, kündigt Phyllis Omido ihren Job in der Metallfabrik. Der Ort, in dem das Werk steht, heißt Owino Uhuru. Sie fährt dorthin zurück, um die 3000 Bewohner vor den Gesundheitsrisiken zu warnen, die durch das Schmelzen der Alt-Batterien entsteht. Dabei stellt sie fest, dass viele Menschen aus dem Ort krank sind.

Viele der Frauen aus dem Ort haben Fehlgeburten. Über die Jahre sterben 300 Kinder an den Folgen der Bleivergiftung, sagt Phyllis Omido, die das so wütend macht, dass sie sich dazu entschließt, sich weiterhin für den Ort einzusetzen und dafür zu sorgen, dass die ansässige Metallfabrik geschlossen wird.

Erektionsschwierigkeiten bringen Ortsbewohner auf ihre Seite

Zunächst sind die Ortsbewohner skeptisch, was das Engagement von Phyllis für die Umwelt betrifft, weil sie ihren Lebensunterhalt in der Fabrik verdienen, die Phyllis schließen lassen möchte. Als manche Männer des Orts Erektionsschwierigkeiten bekommen, sind sie auch davon überzeugt, dass das Abwasser und der Rauch des Werks sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.

Viele der Männer, deren Gesundheit angegriffen war, sind inzwischen tot, sagt Phyllis Omido. Denen, die noch leben, gehe es sehr schlecht.

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"Ich bin von Schlägertypen bedroht worden. Sie wurden angeheuert, um mir auf meinem Grundstück aufzulauern."
Phyllis Omido, kenianische Umweltaktivistin

Phylli Omidos Sohn King ist inzwischen 13 Jahre alt. Aufgrund der Bleivergiftung im Kindesalter hat er Lernschwierigkeiten und muss gefördert werden. Phyllis Omido hat viel in den letzten zehn Jahren erreicht: Sie organisierte Proteste gegen die Umweltverschmutzung, wurde festgenommen und verhört, machte aber trotzdem weiter.

Sie prangerte die Korruption in der staatlichen Umweltbehörde an, es gab Einschüchterungsversuche durch Schlägertypen, die angeheuert wurden, um ihr aufzulauern, sagt Phyllis Omido – daraufhin schaffte sie sich abgerichtete Hunde an, die ihr Grundstück bewachen.

Neues Gesetz verbietet Ausfuhr von Blei aus Ostafrika

Durch ihren Einsatz erreicht Phyllis Omido ein Gesetz, das vorschreibt, dass Blei aus Ostafrika nicht mehr ausgeführt werden darf. Daraufhin müssen 17 Bleischmelzen in Kenia schließen, weil sie das Recyclingprodukt nicht mehr exportieren können.

Trotzdem wird Blei nach wie vor auch nach Europa verkauft.

Phyllis Omido prozessiert gegen die kenianische Regierung

2015 gewinnt Phyllis Omido für ihren Einsatz den Goldman Environmental Prize, der mit 150.000 US-Dollar dotiert ist. Das macht sie international bekannt und sie wird dadurch einflussreicher. Mit dem Preisgeld reicht sie im Namen der 3000 Bewohner des Ortes Owino Uhuru eine Sammelklage gegen die ehemalige Metallfabrik und die kenianische Regierung ein.

Bis heute ist das Trinkwasser des Ortes mit Bleib belastet, und viele Bewohner können es sich nicht leisten Wasser zu kaufen. Phyllis Omido möchte dafür die kenianische Regierung zur Verantwortung ziehen.