Endlich steht das Wochenende vor der Tür. Falls ihr schon etwas vor habt, sagen wir euch heute Morgen: Lasst das mal lieber mit den Plänen. Nehmt euch nix vor. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass das Wochenende dann viel mehr Spaß macht.

Fixe Pläne machen ist ein bisschen wie Filmkritiken mit Spoilern lesen: Wir verderben uns selbst den Spaß. Das hat Selin Malkoc von der Ohio State University herausgefunden. Sie ist dort Professorin am Lehrstuhl für Marketing und hat zum Thema Wochenend-Planung geforscht.

"Wenn wir feste Pläne machen, dann empfinden wir die erstens als Arbeit und wir haben auch weniger Spaß dabei. Auch wenn es was ist, was wir eigentlich gern machen."
Selin Malkoc, Professorin an der Ohio State University

Auf The Conversation schreibt Malkoc über die Experimente, die sie mit ihrer Forschungsgruppe gemacht hat. Zum Beispiel haben sie ein Pop-Up-Café auf dem Campus aufgemacht. Da gab es Kaffee und kostenlose Kekse. Einige Studis durften sich einen festen Termin aussuchen, an dem sie dahin durften. Anderen wurde gesagt, das Café ist von dann bis dann geöffnet, kommt einfach vorbei. Die spontanen Besucher hatten mehr Spaß.

Feste Verabredungen fühlen sich wie Job-Termine an

Auch bei den anderen Experimenten kam heraus: Sobald wir etwas planen, fühlt sich das wie Arbeit an - selbst wenn es etwas Schönes ist, wie ins Kino gehen oder Freunde treffen. Malkoc sagt, das hat hat damit zu tun, dass wir mit Verabredungen unsere Zeit fest einteilen. Das widerspricht aber dem, was wir uns unter Freizeit und Entspannung vorstellen. Wir wollen lieber unbeschränkt sein, uns mal endlich nicht an Regeln halten. Denn die verbinden wir mit Arbeit und Deadlines.

Das heißt umgekehrt aber auch: Wirft man uns vor, dass wir unverbindlich sind und nie Pläne machen wollen, dann machen wir es eigentlich richtig! Zumindest wenn es um die Wochenend-Planung geht.

"Macht ruhig Pläne, aber macht sie flexibel. Dann fühlt ihr euch weniger eingezwängt und habt mehr Spaß an einem Treffen. Fast genauso als wäre es spontan passiert."
Selin Malkoc, Professorin an der Ohio State University

Weil wir aber trotzdem Leute treffen wollen, schlägt die Marketing-Forscherin Malkoc eine grobe Planung vor, um ein Maximum an Spaß rauszuholen. Bei den Studenten in den Tests kam zum Beispiel gut an, wenn sie nicht gesagt haben "Wir treffen uns um drei Uhr zum Lernen", sondern: "Wir treffen uns dann zwischen zwei Kursen." Der Zeitpunkt ist dann ungefähr klar, aber man ist nicht komplett festgelegt.