Die letzten warmen Herbsttage im Jahr: Wer gerne gärtnert, sollte die Chance nutzen und Blumenkästen oder Garten auf die kalten Tage vorbereiten.

Hier mal ein Überblick, was ihr jetzt noch einpflanzen könnt:

  • Feldsalat: Den könnt ihr tatsächlich jetzt noch sähen und dann den Winter über frischen Salat vom Balkon essen. Geeignete, robuste Sorten sind etwa "Elan", "Medaillon", "Dunkelgrüner Vollherziger" oder "Vit".
  • Wintererbsen oder Wintersteckzwiebeln: Die könnt ihr dann im Frühjahr ernten.
  • Blumenzwiebeln von Tulpen, Narzissen und Krokussen zum Beispiel: Im Frühling blüht es dann schön.
  • Wer möchte, dass der Kasten schon im Winter bunt wird: Christrosen, Hornveilchen oder wilde Stiefmütterchen sind robust genug und blühen auch wenn es draußen kalt ist.
"Feldsalat zum Beispiel kann jetzt noch gut in die Kästen. Den könnt ihr tatsächlich jetzt noch sähen und dann den Winter über frischen Salat vom Balkon essen."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Auch Wurzelgemüse wie Schwarzwurzel, Pastinaken oder Topinambur halten in der Erde im Winter gut durch.

Winterwirsing packt sogar bis zu minus 15 Grad. Er braucht sogar die kalten Temperaturen, damit der Zuckergehalt steigt. Erst dann wird er richtig lecker. Winterwirsing ist aber einjährig, wird also dann irgendwann geerntet.

Manche Kräuter schaffen den Winter

Wenn eure Kästen mit Kräutern voll sind, kommt es drauf an: Einige brauchen nichts mehr, weil sie einjährig sind und ohnehin nicht überleben werden, egal was ihr tut.

Bei manchen können wir zumindest die Samen retten, zum Beispiel die vom Dill. Die Dillsamen hängen außen dran, wenn sie braun sind. Ihr könnt die ganze Blütendolde abschneiden, zum Trocknen aufhängen und ein Gefäß oder eine Papiertüte zum Auffangen drunterstellen.

Andere Kräuter wie Salbei, Oregano, Thymian oder Lavendel kommen über den Winter – wenn wir ihnen ein bisschen dabei helfen. Die Töpfe brauchen nämlich eine gute Isolation, damit die Wurzeln nicht von unten festfrieren, dann gehen die Kräuter nämlich ein.

  • Wenn ihr die Kräuter einzeln in kleinen Töpfen gepflanzt habt, solltet ihr sie zusammenstellen, zum Beispiel in eine Holzkiste, und diese mit Laub, einer Luftpolsterfolie oder einer Kokosmatte auslegen.
  • Darunter packt ihr dann noch eine Unterlage, zum Beispiel eine alte Isomatte, weil der Boden auf dem Balkon sonst zu kalt wird. Ihr könnt auch Laub auf die Erde legen.
  • Am besten ihr stellt die Holzkiste an die Hauswand.
  • Bei ganz kalten Wintern solltet ihr die Pflänzchen mit Vlies abdecken.
  • Wenn alles im Kasten ist, wickelt ihr das Paket mit der Luftpolsterfolie bzw. Kokosmatte ein. Es gibt auch schöne Säckchen für oben drüber, dann sieht das Paket nicht so hässlich aus.

Achtung bei Tontöpfen, die können bei extremer Kälte zerspringen. In dem Fall stellt ihr die Töpfe lieber nach drinnen.

Geeignete Innenräume

Wer keinen eigenen Kellerraum mit Fenster hat – oder sogar einen Wintergarten – der kann Pflanzen und Gemüse zum Beispiel im Treppenhaus überwintern lassen – wenn die Nachbar*innen das okay finden. Ein Olivenbaum oder Oleander ist da zum Beispiel gut aufgehoben. Manche Pflanzen mögen nämlich Heizungsluft und Zimmertemperaturen gar nicht, brauchen aber trotzdem Licht.

"Mit ganz viel Glück könnt ihr sogar eure Tomaten drinnen überwintern lassen."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Mit ganz viel Glück könnt ihr sogar eure Tomaten drinnen überwintern lassen. Eigentlich sind die aber ja einjährig: Ihr könnt euch auch einfach wieder Setzlinge im nächsten Jahr hochziehen. Wenn ihr jetzt aber noch eine Tomate auf dem Balkon habt, die gut aussieht, grün ist und keine Krankheiten hat, dann könnt ihr es mit ihr versuchen: Innen ans Fenster stellen, ab und zu gießen und düngen… und abwarten.

  • Moderation:  Diane Hielscher
  • Gesprächspartnerin:  Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin