Wir wissen: Spenderblut gibt es immer zu wenig. Forschende haben jetzt aber eine Idee, wie man quasi einen Blut-Joker künstlich herstellen kann.

Nicht jeder kennt seine Blutgruppe. Das erfährt man meistens erst, wenn man selbst mal Blut gespendet hat. Dann bekommt man das auf einen Ausweis geschrieben, wo beispielsweise die Blutgruppe A, B, AB, oder 0 eingetragen ist - dazu kommt dann noch der Genotyp.

Wer von euch Blutgruppe 0 hat, ist quasi schon ein Joker, denn diese Blutgruppe passt zu allen. Wer Blutgruppe A hat, kann mit B nichts anfangen und umgekehrt.

Blutgruppe 0 hat keine Antigene

Weil das alles so kompliziert ist, haben sich Forschende aus Kanada überlegt, diesen Blutgruppen-Joker 0 künstlich herzustellen.

"Spenderblut der Gruppe Null wird von allen anderen Blutgruppen vertragen, deshalb ist es besonders in der Notfallmedizin wichtig, wenn es schnell gehen muss."
Kathrin Baumhöfer, Deutschlandfunk Nova

Das Tolle an Blutgruppe 0 ist, dass die roten Blutkörperchen keine Antigene auf ihrer Oberfläche haben, die für die Unverträglichkeitsreaktionen verantwortlich sind.

Wie die Forscher aus Blutgruppe A die Gruppe Null gemacht haben: Sie haben passende Bakterien gefunden, die wiederum bestimmte Enzyme enthalte, mit denen sich wiederum die Antigene abschneiden lassen.

Bis universell einsetzbares Blut hergestellt werden kann, dauert es noch

Im Labor haben die Forschenden schließlich Blut der Gruppe A in Blut der Gruppe Null umgewandelt. Bis diese Methode in der Praxis angewendet werden kann, ist es aber noch ein langer Weg.

Das liegt vor allem an den hohen Kosten der klinischen Studien, die bis zu einer Zulassung nötig sind. Markus Müller, Oberarzt am Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie an der Uniklinik Frankfurt am Main, schätzt das auf einen dreistelligen Millionenbetrag.