Was haben Angela Merkel, Theresa May und Hillary Clinton gemeinsam? Sie sind einflussreiche Politikerinnen – und sie tragen alle eine ähnliche Frisur. Einen Bob. Ist das nur Zufall? Haben sie alle den gleichen Friseur? Oder müssen wir die nächste Verschwörungstheorie ausrufen?

Den gemeinsamen Friseur klammert unsere Bob-Reporterin Anke van de Weyer schon mal aus. Bei "Zufall oder Verschwörungstheorie" ist sie sich aber nicht so ganz sicher. Nur bei einem:

"Ein Bob ist eine Frisur, die gut in die Politik passt."
Anke van de Weyer, DRadio-Wissen-Bob-Reporterin

Friseurmeisterin Catrin Ganster hat in ihrem Leben schon den ein oder anderen Bob geschnitten und weiß deswegen auch, was das für Charaktere sind, die hinter der Matte stecken. Zum Beispiel wirken Bobs, die eher gerade geschnitten sind, oft sehr straight und geradlinig von der Persönlichkeit her, sagt sie.

"Das sind oft Menschen, die das Ganze gern geregelt haben und wo das Ganze auch wirklich geradlinig fallen soll."
Catrin Ganster, Friseurmeisterin

Auf der anderen Seite gebe es aber natürlich auch Bob-Varianten, die sehr fransig, sehr fedrig, sehr weich fallen. Das solle dann von der Trägerin eben auch ein kleines bisschen lockerer, wilder, strukturierter wirken.

Die Persönlichkeit hinter der Person

Und genauso sei dann auch oftmals die Persönlichkeit, die hinter der Person steckt. Politiker will man eher straight und geradlinig haben – also zumindest lieber als verspielt und romantisch, sagt Anke van de Weyer. Deswegen fallen die Bobs von Merkel, May und Clinton auch eher in Kategorie eins. Wobei die Damen alle eher die Light-Version tragen.

Die richtig krasse Version trägt Anna Wintour, die langjährige Chefin der US-Vogue - sie gilt als einflussreichste Frau in der Modebranche. Und in dieser Rolle hat sie auch Hillary bei deren Outfit beraten.

  • Ihr Bob ist inklusive Pony messerscharf geschnitten, da steht kein Haar ab
  • Bei Merkel, May und Clinton ist der Bob bis knapp unters Kinn geschnitten, rahmt das Gesicht ein und ist ein bisschen fedrig, aber nicht zu fransig geschnitten - also klare Form mit ein bisschen Dynamik

Eiserne Lady, eiserne Frisur

Wenn wir uns dagegen mal an die Frisur der Eisernen Lady Margaret Thatcher erinnern, die hatte quasi einen festbetonierten Helm aus Haaren auf. Dagegen wirken die Politikerinnen von heute auf dem Kopf schon mal dynamischer.

Eigentlich ist der Bob eine Frisur, die nicht großartig auffällt und die vor allem auch aussieht, als würde sie nicht viel Arbeit machen.

"Der Bob ist einfach eine Frisur, die da ist, die was tut für die Trägerin, die sich aber sonst im Hintergrund hält."
Anke van de Weyer

Geschichten um die Matte Hillary Clintons gibt es übrigens wahrlich genug. Es gab eine Zeit, da hat sie Zopf getragen, gerne auch mal mit auffälligen Haargummis, Scrunchies werden die auch genannt. Irgendwann hat Clinton mal gescherzt, sie hätte ihre Memoiren besser nicht "Entscheidungen", sondern "Die Scrunchie Chroniken" nennen sollen.

Und die Trump-Tolle?

Wir lästern hier natürlich nicht nur über Bob-Trägerinnen, sondern mindestens genauso gern über die Frisuren von Männern. Ganz vorne: Donald Trump.

"Ich hoffe, dass das Toupet endlich mal abfällt oder das Meerschweinchen auf dem Kopf das Weite sucht."
Anke van de Weyer

Ähnlich ist das beim britischen Außenminister und Brexit-Anführer Boris Johnson, der trägt eine platinblonde Matte, Marke Sturmfrisur. Und dann gibt’s da noch Geert Wilders, den niederländischen Rechtspopulisten. Auch dessen Tolle ist schön aufgeplustert und hellblond, wie die anderen beiden.

Für Anke van de Weyer sind das alles Männer, die eher Wahn als Sinn versprühen. Sie würde sich eher für die Bob- als für die Platin-Gang entscheiden.