Neo-Broker - so wird eine neue Generation von Tradern bezeichnet. Sie bieten einen niedrigschwelligen Zugang zum Aktienhandel, ohne viele Regeln, ohne viel Bürokratie. Die Gebühren sind niedrig, der Handel läuft schnell über eine App. Experten sehen dennoch ein paar Risiken.

Robinhood, Trade Republic oder Smartbroker - so heißen einige der neuen Plattformen, die einen einfachen Aktienhandel für alle bieten wollen. Denn hier ist, im Gegenteil zu klassischen Brokern, der Handel mit sehr kleinen Beträgen möglich. Außerdem bieten viele der Apps ein übersichtliches Design, was den Einstieg ebenfalls erleichtert.

"Wer einmal registriert ist, kann mit ein paar Mal tippen Aktien aussuchen, kaufen und ins eigene Depot legen. Ein großer Pluspunkt: Die Gebühren pro Order sind sehr niedrig."
Nicholas Buschschlüter, ARD-Börsenstudio

Der große Unterschied zu klassischen Brokern: Das ganze Angebot der Neo-Broker ist sehr niedrigschwellig gestaltet, erklärt Nicholas Buschschlüter vom ARD-Börsenstudio. Das Motto: App runterladen und loslegen. Den klassischen Brokern werde so bewusst der Markt streitig gemacht. Die Abwesenheit von komplizierten Prozeduren lockt gerade junge Leute an, auch solche, die bisher nicht an der Börse waren.

Einsteigerinstrument für die Börse

Für Nicholas Buschschlüter sind Neo-Broker vor allem Einstiegsinstrumente in den Börsenhandel. Denn, ein weiterer Vorteil: Sie lassen sich ganz einfach zwischendurch benutzen - auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause oder abends auf dem Sofa. Wer in den Nachrichten eine Meldung über ein Unternehmen hört, das er spannend findet, kann gleich das Smartphone zücken und Aktien kaufen.

"Die Gefahr ist, dass unerfahrene Anleger immer mehr Geld in die Aktien stecken - eben weil es so leicht ist"
Nicholas Buschschlüter, ARD-Börsenstudio

Kaum technische oder bürokratische Hürden, leichte Bedienung und kleine Beträge - alle diese Vorteile können aber auch zum Risiko werden, sagt Nicholas Buschschlüter. Die Verlockung sei dann eben groß. Gerade unerfahrene Anleger sollten vorsichtig sein, die schnellen Klicks könnten auch eine Sog-Wirkung entfalten. Und natürlich kann man an der Börse auch Geld verlieren.

Warnungen für Kunden

Die Eigentümer der Neo-Broker entgegnen, dass sie ihre Kunden mit Broschüren auf die Risiken aufmerksam machen. Trotzdem, am Ende geht es, wie bei Sportwetten oder Online-Glücksspielen, um die Eigenverantwortung, meint der Börsen-Experte.

"Für die Unternehmen ist es natürlich gut, je mehr Leute zocken. Die ganze Börsenlandschaft appelliert an die jungen Leute miteinzusteigen."
Nicholas Buschschlüter, ARD-Börsenstudio

Prinzipiell sind hier in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch eher weniger Leute im Aktiengeschäft. Neo-Broker wollen das mit ihren einfachen Apps ändern.

Partnerschaften mit Banken

Die meisten Neo-Broker haben Partnerschaften mit Banken. Die brauchen sie, um die Wertpapier-Geschäfte überhaupt abwickeln zu können, erklärt der Börsen-Experte. Trade Republic ist der einzige App-Broker, der eine deutsche Bank-Lizenz besitzt.

Die Neo-Broker sind so günstig, weil sie in der Regel keine riesigen Gebäude unterhalten und nur wenige Mitarbeiter beschäftigen. Außerdem bieten sie kaum Service an. Das bedeutet, sie brauchen keine großen Geldgeber. Sollten sie aber einmal selbst an die Börse gehen, dann wären sie auch für große Investoren interessant, meint Nicholas Buschschlüter.