Wieder sollen Boko-Haram-Kämpfer rund 500 Frauen und Kinder entführt haben. Diese werden zwangsverheiratet, als Sexsklavinnen gehalten oder zu Kämpfern und Selbstmordattentätern ausgebildet.

Die Terrororganisation Boko Haram versucht seit 2009 im Nordosten von Nigeria ein Kalifat einzurichten. Immer wieder kommt es zu Kämpfen zwischen der Boko Haram und dem nigerianischen Militär. Zu lange hat die Regierung des Landes die Terroristen ignoriert. Durch Massenentführungen von Frauen und Kindern ist die Weltöffentlichkeit auf den Konflikt aufmerksam geworden. Jetzt werden zwar militärische Erfolge gegen die Terrororganisationen verzeichnet. Dennoch sollen wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl wieder rund 500 Menschen entführt worden sein.

Ausländische Journalisten nicht zu Wahlen zugelassen

Auch Tote soll es gegeben haben. Laut Berichten von Human Rights Watch und Amnesty International werden die jungen Frauen mit Kämpfern zwangsverheiratet und als Sexsklavinnen gefangen gehalten. Andere Kinder werden in sogenannten Madrasas als Kämpfer und Selbstmordattentäter ausgebildet. Am 28. März finden Präsidentschaftswahlen in Nigeria ab, allerdings sind ausländische Journalisten nicht zugelassen. Die Regierung gilt als korrupt und das Land ist wirtschaftlich schwach. Unser Korrespondent Jens Borchers berichtet aus Nigeria über die aktuelle Lage kurz vor den Präsidentschaftswahlen.