Terror, made in Nigeria: Die Islamisten von Boko Haram greifen nun auch andere Länder in Westafrika an. In Kamerun kam es zu heftigen Kämpfen mit der Armee. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Bring back our Girls - dieser Slogan ging um die Welt als im Frühjahr 2014 knapp 280 nigerianische Schülerinnen von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram entführt wurden. Die USA schickten Berater, die Nigerias Militär bei der Suche nach den Mädchen helfen sollten. Zehn Monate später sind viele der Mädchen immer noch entführt – und Boko Haram ist immer noch mächtig.

"Die Aktion #Bringbackourgirls hatte zunächst dazu geführt, dass sich die USA engagiert haben. Mehr als 200 Mädchen sind aber weiter verschwunden. Nun haben sich die Amerikaner offiziell zurückgezogen."
Stefan Ehlert, Korrespondent

"Politisch fehlt der Wille. Außerdem ist das Militär korrupt. Die Soldaten laufen weg, wenn Boko Haram angreift", sagt Korrespondent Stefan Ehlert. Scheinbar ist dem nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan die Kontrolle über den islamisch geprägten Norden des Landes entglitten. "Bei der Bekämpfung von Boko Haram wurden viele Fehler gemacht", sagt Stefan Ehlert. Die wirtschaftliche Lage der Menschen in Nordnigeria sei so verheerend, dass sich viele der Terrorgruppe anschließen würden. Sogar Kinder begehen offenbar im Auftrag der Islamisten Selbstmordattentate.

Boko Haram greift Kamerun an

Mitte Februar sollen in Nigeria Wahlen stattfinden - und Boko Haram hat seine Attacken verstärkt. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Unterdessen greift die Terrorgruppe auch in Nachbarländern an: In Kamerun hat die Armee nach eigenen Angaben eine Attacke der Islamisten zurückgeschlagen. "Die schlechte Nachricht ist, dass sich Boko Haram in Kamerun festgesetzt hat. Auf einem Gebiet, das so groß ist wie Nordrhein-Westfalen", sagt Stefan Ehlert.