In Bonn ist der Weltklimagipfel zu Ende gegangen. Es wurden Regeln erstellt, die USA standen alleine da und unsere Klimaziele werden nach wie vor nicht eingehalten.

Zumindest teilweise könnten wir zufrieden sein, meint unser Umweltexperte Georg Ehring: "Der Klimagipfel hat seine Aufgabe erfüllt, er hat ein Regelwerk auf den Weg gebracht und ein Signal gesetzt."

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Außerdem blieb die Regierung der USA, als Klimaschutzaussteiger, recht isoliert. Dass die Welt aber dabei ist, sich über drei Grad zu erwärmen - obwohl die Staaten vereinbart hatten, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten - hatte leider keine konkreten Konsequenzen.

Beim Kohleausstieg blieb Merkel uneindeutig

Großbritannien und Kanada haben mit einigen anderen Staaten ein internationales Bündnis gegründet, das versucht, den Ausstieg aus der Kohle insgesamt zu organisieren. Über zwanzig Staaten, US-Bundesstaaten und Regionen haben sich zusammengetan, um ab 2030 keine Kohle mehr zu verwenden. 

"Das war für mich die große Nachricht dieses Klimagipfels", sagt unser Reporter Georg Ehring. Die sogenannte "Powering Past Coal Alliance" hat sich genau den Brennstoff ausgesucht, der am klimaschädlichsten ist.

Ein neues Klimaregelwerk

Im Mittelpunkt des neuen Regelwerks steht, wie die einzelnen Staaten über den eigenen Klimaschutz berichten und sich kontrollieren lassen. Dabei muss ein Tonne CO2 überall gleich sein - ob in Deutschland, den USA oder im Senegal. Die Regularien sind an das Kyoto-Protokoll angelehnt.

"So ist die Auskunft von vielen Seiten: Sie sind relativ weit gekommen. Vielleicht sogar ein bisschen weiter, als vorher gedacht."
Georg Ehring, Deutschlandfunk-Nova-Umweltexperte, über die Ergebnisse des Klimakonferenz

Es gibt auch Regeln für die Landwirtschaft im Klimaschutz und für den Umgang mit indigenen Völkern. Das ganze soll im nächstes Jahr verabschiedet werden. Dann findet die nächste Klimakonferenz in Kattowitz statt.

"Am meisten überrascht hat mich die Einigkeit, mit der der Ausstieg der US-Regierung verurteilt wird. Ganz viele staatliche Stellen, auch aus Deutschland, haben sich mit der Klimaschutzbewegung in den USA solidarisiert."
Georg Ehring, Deutschlandfunk Nova

Beschlossen wurde auch, dass die Industrieländer mitteilen sollen, wie sie vor 2020 schon mehr für das Klima tun könnten. Möglicherweise werden die Staaten ihre Ziele aufstocken und so auf die starke Erwärmung reagieren. Das alles wird im sogenannten Talanoa-Dialog bis Kattowitz 2018 weiter diskutiert.