An einem heißen Tag trinken wir zu hastig ein eiskaltes Getränk oder beißen ein Stück vom Eis ab. Und dann schießt plötzlich ein scharfer, kurz andauernder Schmerz in Augenhöhe oder in der Stirn durch den Kopf. Und es tut weh. Sehr weh. 

Es gibt viele Arten von Brain Freeze: Der Sprung in sehr kaltes Wasser oder kalter Wind beim Rennradfahren im Winter. Oder wenn wir im Sommer zu viel und zu schnell Eis essen: Dann ist der Brain Freeze sicher. Er bereitet uns einen stechenden Kopfschmerz, der kurz darauf nachlässt. 

Gefährlich ist ein Brain Freeze nicht, sagt Neurowissenschaftler Henning Beck. Das Gehirn ist ein gut geschütztes Organ. Gerade, weil das Gehirn sich so gut schützt, simuliert es einen Schmerz. Im Gehirn selbst sitzen nämlich gar keine Schmerzrezeptoren.

"Erstmal muss man wissen: Immer, wenn wir Kopfschmerzen haben, dann ist das so eine Simulation. Das Gehirn hat nämlich gar keine eigenen Schmerzrezeptoren, also das Gehirn simuliert quasi den Schmerz, wenn wir etwas Kaltes zu uns nehmen."

Unser Gehirn will sich mit dem Brain Freeze schützen

Beim Brain Freeze will unser Gehirn uns warnen und sich vorsorglich vor Kälte schützen: Nehmen wir etwas Kaltes in unseren Mund, reagieren die Blutgefäße. Weil sich die Blutgefäße erst verengen und dann erweitern, werden wiederum die Nerven in der Mundregion gereizt. So entsteht der stechende Kopfschmerz. 

"Das Gehirn ist ein sehr gut geschütztes Organ. Es gibt immer genügend Blut, das hinterherströmt und es wieder aufwärmt."

Nach ein paar Sekunden sei dann alles wieder okay, weil wieder warmes Blut aus dem Körper nachströmt, erklärt Henning Beck. 

Brain Feeze in Social Media – auch mit Katzen

Aktuell finden sich auch auf Youtube und Co. Brain Freeze Challenges. Meistens versuchen Leute über den Schmerzimpuls heraus, möglichst viel Kaltes aufzunehmen. Auch diese Challenges sollten organisch keine Probleme darstellen, weil das Gehirn eben so gut geschützt sei, sagt Henning Beck. Videos mit Katzen, die einen Brain Freeze zu haben scheinen, gibt es übrigens auch. 

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren Datenschutzbestimmungen.

"Das wissen wir nicht, wir können das natürlich gut reininterpretieren. Das ist auch nicht unwahrscheinlich, dass bei anderen Säugetieren ein ähnlicher Schmerzreiz ausgelöst werden kann."

Bei Videos zu Cat Brain Freezes lecken Katzen meist an Eis und verziehen danach das Gesicht. Ob sie ein ähnliches Empfinden wie wir haben, ist laut Henning Beck schwer zu sagen. Wir können die Katzen nicht fragen, es müsste genau untersucht werden. Aber da sie wie wir Säugetiere sind, wäre es zumindest möglich. 

Zurück zu uns Menschen: Zu viel Kaltes in den Mund zu schütten sollte also nicht zu Schäden an unserem Gehirn führen – es ist nur unangenehm. Wir müssten schon über Stunden Mengen an extrem kaltem Eis oder Ähnlichem im Mund haben, damit etwas passiert. Für alle, die keine Lust auf einen Brain Freeze haben, hat Henning Beck einen Tipp: Man sollte das Eis eher lutschen oder langsam schlecken.

Mehr zum Thema:

  • Schmerzen – Wenn das Hirn gefriert | Ok, ok. Dieser Sommer lädt selten zum Eisessen ein. Dennoch solltet ihr bei der Eismenge und Aufnahmegeschwindigkeit vorsichtig sein. Es droht "Brainfreeze."
  • Gehirn und Wärme – Hitze macht das Denken schwer | 30 Grad – nichts geht mehr. Nur noch chillen, schwimmen, Eis essen, allenfalls lesen. Faule Ausrede? Nein! Tatsächlich können wir bei Hitze schlechter denken. Aber: Es gibt auch Mittel, den Körper auszutricksen, weiß der Neurowissenschaftler Henning Beck.
  • Neurowissenschaft – Bei Kälte einfach Hirn austricksen | Es gibt Hoffnung für alle Frostbeulen da draußen: Ihr könnt das Frieren unterdrücken! Wie das geht, erklärt Neurowissenschaftler Henning Beck. Tipp: Fluchen hilft!