An Weihnachten verbringen wir viel Zeit mit Familie und Freunden. Da werden dann auch gerne die guten alten Brettspiele rausgezogen. Johannes Jäger vom Brettspiel-Youtube-Kanal "Hunter and Friends" hat Empfehlungen für Spiele mit geringem Streit-Potenzial.

Manchmal endet der Spieleabend mit dem klassischen Move eines genervten Spielers, wenn etwa der kleine Bruder das Brett anhebt, damit alle Spielfiguren runterfallen, weil er nicht verlieren kann. Danach sind alle anderen sauer. An diesem Punkt hat der Abend Potenzial zu eskalieren. Das wollen wir mit ein paar Tipps vom Spiele-Experten verhindern.

Johannes Jäger ist der Meinung, dass gerade die Klassiker großes Konflikt-Potenzial haben. Zum Beispiel Trivial Pursuit oder Monopoly. "Monopoly ist ja wirklich ein schlimmer Vernichtungsfeldzug, der dann teilweise gegen die eigene Familie geführt wird. Und auch Risiko ist wirklich ein gemeines Spiel", sagt er. Wem der Familienfriede lieb ist, dem rät er von diesen altbekannten Spielen ab.

"Gerade die Klassiker haben natürlich diese Faszination, jemand anderen zu besiegen. Das macht auch viel Spaß. Aber wenn man jetzt Frieden am Tisch haben will, ist es vielleicht nicht die die beste Idee."
Johannes Jäger, Brettspiel-Youtube-Kanal "Hunter and Friends"

Die Siedler von Catan findet Johannes Jäger schon besser geeignet für einen weihnachtlichen Spieleabend. Auch Scrabble könnte funktionieren – bis zu dem Moment, wo sehr kreative Wortschöpfungen auf strenge Hüter der deutschen Sprache treffen.

Kooperative Spiele – wenn alle zusammenhalten müssen

Besser seien Spiele, die die Gemeinschaft fördern: "Es gibt diese sogenannten kooperativen Spiele. Wie der Name schon sagt: Man gewinnt und verliert gemeinsam gegen das Spiel. Und dann hat man gar nicht das Problem, dass man sich gegenseitig eben bekriegt", sagt der Spiele-Experte. Zum Beispiel das aktuelle Spiel des Jahres "MicroMacro" gehöre in diese Kategorie. Dabei geht es darum, einen Kriminalfall auf dem gezeichneten Spielbrett zu finden.

Auch "Die Crew" empfiehlt er für Familien. Das ist ein kooperatives Kartenspiel, bei dem die gesamte Gruppe versuchen muss, eine bestimmte Anzahl von Stichen und eine bestimmte Art von Stichen gemeinsam zu erreichen. "Und das Ganze erzählt dann auch noch eine kleine Geschichte: Man ist in einem Raumschiff und muss Aufgaben lösen", so Johannes.

"Man muss ganz klar sagen: Das Brettspiel lebt natürlich davon, dass man gemeinsam mit echten Menschen am gleichen Tisch sitzt."
Johannes Jäger, Brettspiel-Youtube-Kanal "Hunter and Friends"

Ihn persönlich nervt es übrigens extrem, wenn Spielende das Spiel nicht ernst nehmen oder sich bis zum Schluss die Regeln nicht merken. Deswegen rät er, dass sich eine Person vorher die Spielregeln durchliest und sie anschließend für alle erklärt: "Also, dass man nicht gemeinsam versucht, die Regeln zu lernen. Das ist immer eine schlechte Idee."

Für alle, die sich nicht physisch treffen: Inzwischen gibt es auch Möglichkeiten, Brettspiele online zu spielen. "Es gibt auch Online-Portale, wo man wirklich Brettspiele digital spielen kann. Aber es ist nicht dasselbe", findet Johannes Jäger.