In Schottland studieren zurzeit 50.000 ausländische Studenten an 19 verschiedenen Universitäten, die auch EU-Forschungsgelder bekommen. Der Brexit könnte sich auch negativ auf die schottischen Hochschulen auswirken. Die steuern jetzt schon gegen.

Wer in Schottland studieren möchte, muss rund 10.000 Euro Studiengebühren zahlen. Für Studenten aus Schottland und der EU, die ein Erststudium beginnen, entfällt diese Gebühr - zumindest bis jetzt. Mit dem Brexit könnte sich das ändern. Welche Auswirkungen der allerdings genau auf ausländische Studenten und Universitäten in Schottland haben wird, ist noch nicht klar.

Die schottischen Unis wollen jetzt schon gegensteuern, und zwar mit der Kampagne "Schottlands Universitäten begrüßen die Welt". Sie fürchten, dass sie in Zukunft nicht nur ausländische Studenten verlieren, sondern auch Forschungsgelder einbüßen müssen, die zurzeit aus EU-Töpfen kommen. Und das, obwohl, die Mehrheit der Schotten sich für den Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen hat.

Schottland will den Brexit nicht

Hinzu kommt, dass der Supreme Court gerade entschieden hat, dass zwar das britische Parlament dem Brexit zustimmen muss, die Regionalparlamente in Schottland, Nordirland und Wales dazu allerdings nicht befragt werden. Unser Korrespondent Thomas Spickhofen, sagt, dass die Schotten damit unzufrieden sind.

"Die Schotten haben mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt. Sie sagen jetzt einmal mehr: Wir werden hier in Geiselhaft für die Entscheidung der Regierung in London genommen."
Thomas Spickhofen über die Schotten und den Brexit

Die Schotten wollen auf keinen Fall den EU-Binnenmarkt verlassen, dafür wären sie sogar bereit, ein Unabhängigkeitsreferendum durchzuführen. Damit drohen die Schotten Theresa May, wenn sie die schottische Idee vom EU-Binnenmarkt nicht in den EU-Austrittsantrag aufnimmt, den sie nach Brüssel schicken wird.

"Das ist die neue Drohung: Wir machen ein zweites Unabhängigkeitsreferendum, wenn ihr im Schreiben zu Artikel 50 unsere Ideen nicht mit aufnehmt."
Thomas Spickhofen über die Schotten und den Brexit