Ab 2021 soll es bei den Brit Awards keine geschlechtsspezifischen Kategorien mehr geben. Andere internationale Musikpreise haben die schon länger abgeschafft.

Die Brit Awards sind der wichtigste Musikpreis in Großbritannien. Die nächste Verleihung findet zwar erst Anfang 2020 statt - geredet wird über den Preis aber schon jetzt. Der Grund: Die Geschlechterkategorien sollen abgeschafft werden.

Das heißt: Bei den Nominierungen wird nicht mehr zwischen weiblich und männlich unterschieden. Das betrifft die Kategorien "Bester britischer Künstler" und "Beste britische Künstlerin" und "Bester internationaler Künstler" beziehungsweise "Beste internationale Künstlerin". In Zukunft gibt es hier also nur noch zwei Kategorien.

Über die Gründe dafür ist bislang nichts bekannt. Es könnte damit zu tun haben, dass Sam Smith vor zwei Wochen auf Instagram geschrieben hat, mit dem Pronomen "they" oder "them" angesprochen zu werden - also mit der geschlechtsneutralen Variante. Im Deutschen gibt es dafür keine richtige Entsprechung. Sam Smith hatte schon vorher thematisiert, nicht-binär zu sein, sich also nicht eindeutig als Mann oder als Frau zu identifizieren.

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Keine Geschlechterschubladen mehr

Sam Smith hat selbst bereits drei Brit Awards gewonnen, unter anderem in der Newcomer-Kategorie, die ohnehin schon geschlechtsneutral ist.

Als "bester Künstler" war Sam Smith aber auch schon nominiert, was bei nicht-binären Personen eine schwierige Zuordnung ist. Wenn aber einfach alle Kategorien geschlechtsneutral wären, würde auch die Diskussion wegfallen, wo und wie Menschen nominiert werden, die nicht-binär sind.

Bei den Brit Awards bezieht sich niemand direkt auf Sam Smith, das Posting könnte aber durchaus einen neuen Anstoß gegeben haben.

Reaktionen

Viele Menschen reagieren positiv auf die Entwicklung bei den Brit Awards. Es gibt aber auch Kritik, etwa vom britischen Fernsehmoderator Piers Morgan, der sich im britischen Frühstücksfernsehen darüber aufgeregt hat. Er befürchte, dass dann in Zukunft nur noch Männer gewinnen würden. Für ihn schaffen gerade die getrennten Geschlechterkategorien Gerechtigkeit, weil dann Männer und Frauen die gleiche Chance haben, einen Preis zu bekommen.

"What'll happen is, male singers and performers will end up winning a few more of the awards than the women."
Piers Morgan, britischer Fernsehmoderator

Für die Brit Awards sind die gemeinsamen Kategorien nichts Neues. Ursprünglich gab es nämlich keine nach Geschlechtern getrennten Kategorien, die wurden erst 1977 eingeführt.

Bei anderen Musikpreisen, wie den Grammys, gab es bei den großen Kategorien wie Album oder Song noch nie eine Unterteilung nach Geschlechtern. In den Kategorien Pop, R&B und Country wurde die Unterteilung nach männlich und weiblich bereits 2012 abgeschafft. Auch bei den MTV Video Music Awards gibt es seit 2017 nur noch geschlechtsneutrale Kategorien.

Seitdem haben übrigens zwei Frauen und ein Mann die Hauptpreise gewonnen. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer: "Piers Morgan muss sich also vielleicht gar nicht so große Sorgen machen, dass dann nie wieder Frauen Preise bekommen."