Das Label hinter der weltweit erfolgreichen koreanischen Band BTS ist seit heute an der Börse. Das Interesse an den Aktien ist riesig.

Die südkoreanische Band BTS – genauer: das dahinterstehende Label Big Hit – ist an die Börse gegangen. Seit heute (15. Oktober) können Anleger an der Börse Aktien des Labels kaufen, was viele auch schon gemacht haben.

Das Interesse war so groß, dass der Aktienkurs binnen kurzer Zeit um 30 Prozent gestiegen ist, was wiederum viele Anleger dazu motivierte, direkt wieder zu verkaufen, um die Gewinne einzufahren. Deshalb sank der Aktienkurs direkt wieder.

Der Börsengang bringt dem Label rund 700 Millionen Euro. Jedes Bandmitglied enthält knapp 70.000 Aktien, die zum Ausgabepreis einen Wert von 6,8 Millionen Euro haben.

"Das ist keine Witz-Aktie."
Victor Gojdka, ARD-Börsenstudio

Der Börsengang ist der größte seit drei Jahren in Südkorea. Die Band BTS gilt aktuell als die erfolgreichste Band Koreas und gleichzeitig erfolgreichste Vertreterin des K-Pops, der weltweit beliebt ist.

BTS an der Börse wird heute groß gefeiert: Die Band kommt in die Börse, begleitet von Medien, dem Börsenchef und wichtigen Investoren.

Die meisten Investoren sind Profis

"Das ist keine Witz-Aktie", sagt Victor Gojdka aus dem ARD-Börsenstudio. 60 Prozent der Anleger seien Profis, etwa Investmentgesellschaften und Pensionfonds. Sie hätten auch schon Erfahrungen mit Aktien von Bands, Künstlern und Labels. Die Band BTS und das Label Big Hit sind nicht die ersten Unternehmen aus dem Musikbereich, die in Korea an die Börse gegangen sind. Auch Privatanleger in Südkorea zeigen großes Interesse an der Aktie: Sie haben 600 Mal mehr Orders abgegeben als es Aktien gab.

"Musikaktien-Handel hat Tradition."
Victor Gojdka, ARD-Börsenstudio

Dass Bands, Künstler und Labels an die Börse gehen, ist keine koreanische Erfindung. Sony und Warner sind als große Unternehmen schon lange an der Börse. David Bowie versuchte einen Börsengang in den 90er-Jahren.

Schon im 18. Jahrhundert gab es einen Aktienhandel mit Musik: 1718 entstand die Königliche Musikakademie, ein Aktienunternehmen zur Aufführung italienischer Opern. Musikdirektor war der Komponist Georg Friedrich Händel.