Bundeskanzler Olaf Scholz und die Länderchefs und -chefinnen beraten über eine Corona-Öffnungsstrategie. Dazu gehört auch, dass Clubs ab März wieder öffnen können. "Das kam fast überraschend", sagt der Club-Betreiber Jan van Weegen. Er fährt seinen Club jetzt wieder hoch.

Die Corona-Infektionszahlen gehen leicht zurück. Die Debatte über Corona-Lockerungen ist in vollem Gange. Heute (16. Februar) werden Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsident*innen der Länder über eine Öffnungsstrategie reden. Es kursiert eine Beschlussvorlage mit verschiedenen Ideen und einem Drei-Stufen-Plan.

Zunächst sollen Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Und ab dem 4. März sollen dann Lockerungen für Gastronomie, Diskotheken und Clubs hinzukommen.

Clubs?! Richtig gelesen. Nach fast zwei Jahren könnte es wieder einen fast regulären Betrieb geben. Clubs sollen nach der 2G-Plus-Regelung wieder öffnen dürfen, also für Genesene und Geimpfte mit tagesaktuellem Test oder mit dritter Impfung.

Corona-Lockerungen – auch für Clubs

Jan van Weegen war fast schon überrascht von der Aussicht, bald wieder öffnen zu können. Er betreibt in Köln den Club Gebäude 9 und spricht für die Kölner Klubkomm, einem Interessensverband von Clubs und Veranstaltern in Köln. "Wir waren sehr freudig überrascht", sagt Jan van Weegen. Endlich gibt es eine zeitnahe Perspektive nach zwei Jahren Fatalismus, so der Clubbetreiber.

"Es kam fast ein bisschen überraschend. Weil wir nach den ganzen zwei Jahren fast in einer Schleife des Fatalismus festhängen."
Jan van Weegen, Clubbetreiber

Die nächsten Wochen werden jetzt genutzt, um den Club wieder hochzufahren. Denn seit Dezember 2021 war er wieder richtig dicht. Das heißt, jetzt geht es darum, das Personal zurück zu holen, so Jan van Weegen. Und ein Programm zu planen. Das sei sportlich, aber absolut machbar.

Die zwei Jahre Corona-Pandemie konnten Jan van Weegen und viele andere Clubbetreiber*innen mit Corona-Hilfen der Länder und des Bundes überbrücken. Es gab Maßnahmen für Programmförderungen, ebenso Hilfen, um die Clubs technisch nachzurüsten. Zum Beispiel mit Lüftungsanlagen, so Jan van Weegen.

Außerdem gab es Hilfen, um finanziell die Zeit ohne Einnahmen, aber mit laufenden Miet- und Personalkosten zu überbrücken. "Da wurde schon einiges angeboten, das muss man sagen", sagt Jan van Weegen.

"In den zwei Jahren gab es eine ganze Menge Hilfe. Ohne die hätten wir es gar nicht schaffen können."
Jan van Weegen, Clubbetreiber

Das Öffnen ab März in Verbindung mit der 2G-Regel sieht der Clubbetreiber unproblematisch. Zum einen gibt es ohnehin Einlasskontrollen. "Das machen wir ja in den Clubs schon seit Jahren", sagt Jan van Weegen. Zum anderen machen die Gäste das auch gut mit. Das wurde deutlich, als die Clubs im Herbst 2021 für einige Wochen öffnen durften.

Dennoch verhaltener Optimismus

Wie es ab März genau in den Clubs wieder losgehen kann, ist abhängig von den finalen Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz. Aber auch von den Corona-Schutzverordnungen der Länder, die für die konkrete Umsetzung verantwortlich sind.

"Ich gehe aber davon aus, dass wir einigermaßen regulären Betrieb machen können", sagt Jan van Weegen. Doch so hundertprozentigen Optimismus verspürt Jan van Weegen nicht. Denn was im Herbst und Winter möglicherweise wieder auf uns zukommt, das sei noch unklar. Wenn die Corona-Pandemie dann doch wieder den Alltag bestimmen sollte, dann wären auch die Clubs wieder von Einschränkungen betroffen. Deshalb: eher gebremster Optimismus bei Jan van Weegen.